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17. Jan.
Esperance
Heute
liessen wir uns für einmal führen. Mit einem Katamaran fuhren wir um
die Inseln welche vor Esperance vorgelagert sind, und konnten eine
vielzahl von frei lebenden Tieren beobachten. Kaum hatten wir den
Hafen verlassen, und kamen so richtig in Fahrt, wurden wir schon von
mehreren Delphinen besucht, die vergnügt um das Schiff herum
schwammen. Auf meine Frage, ob die Delphine angefüttert werden, das
sie zum Boot kommen, wurde uns gesagt: " Nein die Delphine kommen zum
Schiff, um darunter zu tauchen und um an Bord entlang zu schwimmen.
Für sie ist es Spiel und sie kommen nur wenn sie guter Laune sind."
Kurz darauf konnten wir diversen Seelöwen zusehen, die sich meist
paarweise in der Sonne wärmten, oder im Ozean nach Fischen jagten. Ein
Jungtier rief dabei immer lauthals nach seiner Mutter, was alle Kinder
an Bord zum lachen brachte. Die nächste Insel wurde von Ziegen
bewohnt, die in den Hängen herumtollten. So zogen wir weiter um die
Inseln, machten einige weitere Stopps. Nach zwei Stunden fahrt durch
die Insellandschaft gelangten wir nach Woody Island. Nach einem kurzen
morning Tea bestiegen wir ein Glasbodenboot, und bestaunten trockenen
Fusses die Unterwasserwelt. Neben vielen Fischen, Muscheln und einigen
Seesternen, konnten wir sogar noch ein Schiffsfrack überqueren. Nun
war es an der Zeit wieder zum Festland zurück zukehren. In voller
Fahrt waren wir nach 25 Min zurück in Esperance. Da wir vor lauter
Fahrtwind geniessen gar nicht dazu kamen unseren Lunch anzurühren,
besuchten wir eine der wunderschönen Badebuchten die wir vom Schiff
aus gesichtet hatten. Der feine weisse Sandstrand ist eine wahre
Pracht, jedoch ist es beinahe unmöglich hier sandfrei zu Mittag zu
essen. Nach einem erfrischenden Bad im Ozean und einer buddel-stunde
im Sand erkundeten wir noch den Landabschnitt. Wir genossen die letzte
Aussicht auf den südlichen Pazifik, bevor es morgen in Richtung Golden
Outback landeinwärts geht.
18. Jan.
Esperance - Norseman - Kalgoorlie-Boulder
Heute sind wir nur
drei Ortschaften nach Norden gefahren, nach australischem Massstab
sind dies jedoch 430 km. Bereits am Morgen zog ein scharfer Wind auf,
der uns auf der ganzen Fahrt begleitete. Je röter die Erde wurde,
desto heisser wurde dieser Wind. Am Ende verwandelte sich das ganze in
einen regelrechten Sandsturm, sodass wir kurz davor waren Nina
festzubinden. Unterwegs sahen wir riesige Getreideberge, die mit einer
Plache abgedeckt waren. Über riesige Förderbänder wurde das Getreide
zu drei grossen Silos transportiert, so dass beim beladen der
Güterzüge jeweils drei Wagons gleichzeitig befüllt werden können. Wir
waren erstaunt über die Geschwindigkeit des Belandens, in knapp einer
Minute waren drei Wagons voll und der Zug fuhr wieder ein Stück vor.
Gegen Mittag erreichten wir Norseman, das eigentlich unser nächstes
Etappenziel sein sollte. Doch irgendwie konnten wir uns mit dieser Stadt nicht
anfreunden. Nichts zu sehen, und ein immer stärker werdender Wind. So
machten wir auf einem grossen Spielplatz unser Pic Nic und planten die
Reise kurzfristig um. Kurze Zeit später sahen wir einen "Umzug auf
Australisch" ein typisches Wohnhaus wurde in zwei hälften zerschnitten
und auf je einem Schwertransporter zum neuen Wohnort gefahren. Nina
fand diese Umzugsart jedoch etwas fragwürdig, da sie nicht so ganz
daran glaubt dass man ein Haus so einfach wieder "zusammenkleben"
kann. Aus dem roten Sand erhob sich dann am späteren Nachmittag eine
richtige Stadt vor unseren Augen, Kalgoorlie-Boulder das Zentrum der
Goldfelder. 1893 wurden hier die ersten Goldfunde gemacht und waren
somit der Auslöser für einen Goldrausch. 1931 fand man hier den
grössten Goldklumpen, mit stolzen 32,177 Kg.
19. Jan.
Kalgoorlie - Kanowna
Nachdem
wir uns im Informationsbüro schlau gemacht hatten was es hier alles zu
sehen und tun gibt, machten wir uns auf zum Super Pit, ein
gigantisches Loch. 2,6km lang 1,2km breit und 260m tief und somit doch
etwas grösser als unser Strandloch von Ballina. Hier wird im Tagbau
das Gestein abgebaut und auf riesige Laster verladen, die sich unter
der 225t schweren Last mühsam die Strasse empor quälen und ihre
Fracht einem Steinbrecher übergeben. Der moderne Goldabbau hat nicht
mehr viel mit Abenteuer im weiten ruhigen Outback zu tun. Im
Gegenteil, in einer riesigen Industrieanlage wird das vom Super Pit
gebrachte Gestein gebrochen, gewaschen und mit modernster Technik das
Gold heraus gewonnen. Für einen Goldbarren von 25kg benötigt es 100
Laster mit jeweils 50'000kg Gestein. Nach dem Besuch von Super Pit
fuhren wir ein paar hundert Meter weiter nach Boulder. Hier wird man
irgendwie in die Vergangenheit zurückgeführt, die zahlreichen alten
Häuser aus der Zeit des Goldrausches lassen uns erahnen wie das Leben
hier ausgesehen hatte. Im Banne der Vergangenheit wollten wir in eine
Geisterstadt namens Kanowna. Im Info Office riet man uns zwar ab
davon, weil überhaupt nichts mehr zu sehen sei, trotzdem fuhren wir
die 20km in Richtung Norden. Kleine Holztafeln mit Aufschriften wie
Hotel, Bäckerei, Hospital oder Postoffice sind die einzigen Stummen
Zeugen der Vergangenheit in der kahlen Wildnis wo einst lebhaftes
Treiben war. Auf einem alten Friedhof den sich die Natur schon längst
zurückgeholt hat betrachteten wir alte Gräber aus der Zeit um 1895
rum.1898 nach den ersten Goldfunden erlebte der Ort während sieben
Jahren einen gewaltigen Boom, der abrupt stoppte nachdem die Fund
zurück gingen. 1950 drei Jahre nachdem der letzte Shop schloss wurde
auch das Postoffice nach Kalgoorli verlegt was wohl der Todesstoss für
Kanowna war das einst 12300 Einwohner zählte. Danach machte Nina
ihre
erste Auto Fahrstunde was ihr extrem Spass machte, dass sie vor
lauter Lachen hie und da das lenken vergas und Papi mit der Handbremse
stoppen musste.
20. Jan. Kalgoorlie
Ein
weiteres mal liessen wir uns wieder in die Vergangenheit führen, der
beste Platz dazu ist zweifellos "The Mining Hall of Fame". Etwas
ausserhalb von Kalgoorli auf dem Areal einer stillgelegten Miene wird
einem auf eindrückliche Weise das Leben auf den Goldfelder während des
vergangenen Jahrhunderts gezeigt. Gleich nach dem Eingang kamen wir
just richtig zum Goldwaschen. Ausgestattet mit einer leeren Dose und
einem Waschteller starteten wir ins Vergnügen. Mit der Büchse kratzten
wir etwas Erde aus dem kleinen Bach und leerte das ganze in unsere
Teller. Mit schwenkenden Bewegungen galt es dann die Spreu vom Weizen
respektiv das Gold vom Dreck zu trennen. Die ganze Prozedur erwies
sich schwieriger als es aussah, und so war unsere Ausbeute auch recht
mager. Ein einziges Goldkörnchen das Nina mit Hilfe des Museums Guides
fand wurde sorgfältig in einem Klebestreifen verpackt. Nun war es an
der Zeit für die Führung durch die Mine. Nachdem wir unsere Helme
aufgesetzt hatten fuhren wir mit einem Lift ca.20m Untertage. Durch
schmale, niedrige Gänge führte man uns durch die Miene und zeigte uns
wie die Arbeiter bei Kerzenlicht schuften mussten um ans Gold zu
gelangen. Die Demonstration des Frischluftventilators und des
Presslufthammers liess uns erahnen wie laut es beim Arbeiten Untertage
war. Wir besichtigten das erste Level der 1955 stillgelegten Miene,
unter uns befanden sich weitere 16 Levels die aber inzwischen zum Teil
unter Wasser stehen. Die senkrecht verlaufenen Goldadern die
ausgeräumt wurden erreichen eine Tiefe bis zu 390m. Zurück am
Tageslicht wurde uns anschliessend gezeigt wie das gefundene Gold
geschmolzen und zu Barren gegossen wurde. Wir Besichtigten die alten
Hütten und Zelte der "Prospektors" (Goldgräber) und sahen uns
die diversen alte Maschienen an. Zwei Stunden später packte uns erneut
das Goldfieber, und wir schnappten uns erneut die Waschteller. Diesmal
waren wir etwas erfolgreicher, allerdings reichte es immer noch nicht
um die Ferien zu verlängern. Nach der weiteren Schürfstunde unter
sengender Sonne war es schliesslich an der Zeit uns im Pool abzukühlen
und so machten wir uns wieder auf die Heimfahrt.
21. Jan.
Kalgoorlie - Coolgardie - Kalgoorlie

Coolgardie, die
Mutter der Goldfelder stand als Schwerpunkt auf der Tagesordnung. 1892
hofften hier 16.000 Einwohner auf goldene Zeiten. Mit Kamelen, per
Fahrrad oder zu Fuss kamen die Scharen von Goldgräbern die 550 km von
Perth nach Coolgardie. Heute leben nur noch knapp 900 Einwohner in
dieser Geisterstadt. Einigen Häusern sieht man den Wohlstand der
Vergangenheit noch an, und man kann den Charme von damals erahnen.
Andere Gebäude sind zerfallen, oder es stehen nur noch die
Grundmauern. Auch wir wollten heute die bequemere Art der Anreise per
Kamel ausprobieren, und machten einen halbstündigen Kamel Track. Auf
diesem wackligen Ausritt erfuhren wir von Führer vieles von den
Vegetation dieser kargen Gegend. So erfuhren wir Beispielsweise, dass
hier im Busch ein Schaf 30 ha Land braucht, um genügend Futter für ein
Jahr zu bekommen. Nach der Camel Trophy besuchten wir den Lebensraum
von Jack Cairns. Dies war ein kleines Mannchen, der mit 50 Jahren in
die Wildnisse zog, sich aus Überresten alter Bauten eine Hütte im
Busch baute, und 30 Jahre lang als Einsiedler nach Gold suchte.
22. Jan.
Kalgoorlie - Perth (Swan Valley)
Kalgoorlie
- Perth, das bedeutet 620 km durch die Einöde auf einem Highway der
wahrscheinlich erst per Lineal auf Karte gezogen und dann schnurgerade
gebaut wurde. Hie und da ein Roadhouse mit wenigen Häusern umgeben,
und das einzige was es wirklich interessantes zu sehen gibt, ist die
Pipeline, die mal rechts mal links der Strasse folgt. Diese Wasser
Pipeline, auch golden Pipeline genannt, führt das Wasser 530 km quer
durch die Wüste um Kalgoorlie und Region mit dem nassen Element zu
versorgen. Nina war ganz erstaunt darüber, dass das Wasser beim
duschen am morgen so schnell aus dem Hahnen kam, wenn es doch einen
derart langen Weg zurücklegen muss. Auf dem Weg in Richtung Perth
konnten wir verfolgen, wie die Bäume langsam höher gewachsen sind, und
dies auf vermehrten Niederschlag schliessen lässt. Ausserhalb des
Autos herrschten über 40 Grad bei absoluter Windstille, und so hatten
wir nur wenig Lust die Fahrt unnötig zu verlängern, und zogen mit
einem Lunchbreak die ganze Strecke durch bis ins Swan Valley, dem
Weinbaugebiet in der Region von Perth. Das Tal am Fluss ist bezaubern,
saftig Grün und eine wahre Augenfreude nach der eintönigen Färbung vom
Landesinneren. Wir haben abermals unsere Reisepläne über den Haufen
geworfen, und haben so beschlossen die Restlichen Ferientage etwas
ruhiger anzugehen. Schliesslich wollen wir ja erholt aus dem Urlaub
zurück kehren.
23. Jan.
Perth (Swan Valley)
40 Grad
Lufttemperatur am Schatten lassen sich am besten im und um den Pool
ertragen. Im Van wurde die Temperatur immer unerträglicher, und wir
waren mehr als froh, als wir gegen Mittag endlich in ein Cabin mit
Klimaanlage wechseln konnten. Nina bekam von uns einen Schnorchel und
eine Taucherbrille geschenkt, und so hatten wir am Nachmittag
sozusagen "Sturmfrei". Mit einem Auge auf dem Pool genossen wir die
Ruhe im schützenden Schattenplatz am Poolrand, und genossen unseren
freien Tag. Plötzlich rief mir Nina zu, dass sie das planschende
Mädchen neben ihr kenne von einem anderen Camping. Dies liess mir
keine Ruhe, und so fragte ich bei den Eltern nach. Tatsächlich waren
wir vor einer Woche auf dem selben Campingplatz, und die beiden
Mädchen hatten dort lange gemeinsam gespielt. Leider war heute aber
das Schnorcheln interessanter, und so planschte das kleine
holländische Mädchen weiterhin alleine neben Nina her.
zur 12. Ferienwoche
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