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10. Jan. Manjimup
- Denmark
Auf
der Fahrt nach Denmark gab's jede Menge zu sehen und tun. Um 8.00
hatten wir das Auto fertig beladen und machten uns auf den Weg.
Bereits wenige Kilometer nach Manjimup machten wir unseren ersten
Stopp. Auf dem Diamond Tree ist in 52m Höhe ein Feuerausguck montiert
den es zu erklimmen galt. Allerdings ist die ganze Sache nichts für
Leute die nicht Schwindelfrei sind, denn der Weg hinauf führt nur über
Eisenstangen, die im Abstand von einem halben Meter eine Art
Wendeltreppe bildeten. In der Hälfte gab es eine kleine Plattform zum
verschnaufen. Auf einem Schild war zu lesen "That was the easy bit"
und in der tat, von nun an ging es nur noch gerade hoch und das alles
ohne jegliche Sicherung. Die Aussicht die einem oben erwartet ist sich
die Mühe allemal wert. Nach dem Papi wieder zurück auf festen Boden
war, wollte Nina unbedingt auch hoch klettern. Christa die beim
blossen Gedanken an dieses Unterfangen schon bleich wurde, übernahm
die Kamera und Nina kletterte mit Papi bis auf ca. 10m um einige Fotos
zu schiessen.
Kaum wieder losgefahren mussten wir einen Blitzstopp einlegen da wir
am Strassenrand ein Emu gesichtet hatten. Leider war dieses alles
andere als Fotogen und suchte lieber das Weite. Nach weiteren 120km
Fahrt machten wir einen Halt bei Nornalup, hier gibt es einen
Toptreewalk wo auch Mamis in die Höhe können. Fünf Stege auf
Fachwerkkonstruktionen führen von einer Plattform zur anderen und
erreichen eine maximale Höhe von 40m. Beim Gang zwischen den riesigen
Baumkronen genossen wir die ungewohnte Perspektive. Zurück am Boden
sahen wir auf einem weiteren Trek, Bäume deren Stämme gespalten waren,
so dass man hindurch laufen konnte, oder solche auf denen Gesichter zu
erkennen waren. Nun wurde es langsam Zeit sich ein ruhiges
Plätzchen für das Mittagessen zu suchen und so machten wir einen
Abstecher in Mount Frankland Nationalpark, wo es einen Wasserfall
geben soll. Als wir geparkt hatten machten wir uns auf die Suche nach
den Fällen, aber allem Anschein nach war der Bach wohl weg um neues
Wasser zu holen. Stattdessen wäre Sascha fast auf eine 1.5m lange
Schlange gestanden die sich gerade in der Sonne wärmte. Nach diesem
Schock war der Hunger wieder vergessen und wir fuhren den Rest der
Strecke bis Denmark durch und kochten auf dem Campingplatz. Gegen
Abend besuchten Christa und Nina das Städtchen und kamen etwas
gefrustet zurück, denn die Bank wurde vor ihrer Nase geschlossen. Auch
das Internetcafe machte bereits um 16h zu. Im News Shop wollten sie
dann eine Photo CD brennen welche dann aber auch nicht fertig wurde.
11. Jan.
Denmark
Nach dem Frühstück
gingen wir ins Städtchen um endlich Geld zu wechseln, danach holten
wir im News Shop unsere Photo CD ab und wollten eigentlich unsere HP
aktualisieren. Aber der Typ vom Internet Cafe wollte satte 15 Dollar
pro viertel Stunde, was uns eindeutig zuviel war, und so verschoben
wir dieses vorhaben auf unsere Ankunft in Albany. Danach machten wir
uns auf den Weg an 15km entfernte Meer, wo wir nach einigen
Kletterübungen auf den grossen Granitbrocken erst mal unseren Hunger
stillten. Der Maissalat und die Sandwiches waren schnell
weggeputzt, der Salm hingegen roch uns etwas zu streng, so
verfutterten wir ihm kurzerhand den bettelnden Möwen. Den gierigen
Seevögel schien es nicht gross was auszumachen, das der Fisch für
einmal aus der Dose kam. Das Meer war innerhalb der schützenden
Granitblöcken schön ruhig und lud uns zum baden ein, weiter draussen
konnte man gewaltige Wellen beobachten wie sie unter riesigem Getose
auf den Felsbänken zu Gischt verstieben. Als wir uns genug abgekühlt
hatten machten wir eine kleine Beachwanderung zu den Elefant Rocks,
nochgewaltigere Felsblöcke (15 - 20m hoch) die wie riesen Murmeln an
Strand liegen. Bevor wir schliesslich nach Denmark zurückfuhren
hielten wir noch bei der Waterfall Beach. Zurück in unserem Cabin
bekochten wir uns mit feinem "Hördöpfelstock und Ghackets" dazu gab es
einen Tomaten Mozarella Salat.
12. Jan.
Denmark - Albany
Die
Strecke von Denmark nach Albany beträgt nur gerade 57km, so konnten
wir den Tag getrost etwas langsamer angehen. Nach einem gemütlichen
Morgenessen packten wir unsere sieben Sachen und machten uns um 10.00
auf den Weg. In Albany angekommen besuchten wir als erstes die Albany
Wind Farm, zwölf riesige Windräder die ca. 10km südlich von Albany an
den Klippen zum Southern Ocean stehen. Diese zwölf Riesen drehen sich
fast lautlos im Wind und liefern jährlich 77mio. KW sauberen Strom.
Von einer Aussichtsplattform sichteten wir eine Treppe die über die
Klippen hinab bis zum Meer führten, wo man herrlich das heranbrausende
Meer bestaunen konnte. Die 585 Tritte hinab waren dabei um einiges
einfacher als der Aufstieg. Danach machten wir einen kurzen Besuch im
Internet Cafe um die HP aufzuschalten, was zum Preis von 2 Dollar
gerade zu geschenkt war. Nun war es an der Zeit den Campingplatz
aufzusuchen, wo wir nach dem entladen des Autos erst mal etwas essen
wollten. Die Kocherei wurde aber jäh unterbrochen als wir plötzlich
eine ca. 10cm grosse Spinne im Caravan entdeckten. Die Campingwartin
erklärte das sie zwar nicht giftig sei, dass sie aber beissen könnte.
Sie entfernte das Mega Vieh und wir konnten in Ruhe unsere Burger
fertig braten. Gegen 16.00 fuhren wir erneut los und besuchten die "Natural
Bridge" und "The Gap" im Torndirrup Nationalpark. The Gap ist eine
ca.30m tiefe Schlucht mit tosendem Wasser das vom Meer hineingepresst
wird und bis weit hinauf spritzt. Die Natural Bridge unmittelbar
nebenan, ist ein vom Meer unterspülte Granitformation, die nun wie
eine Brücke der Brandung trotzt. Anschliessend besuchten wir noch "The
Blowholes". Hier wird das Meerwasser unter dem Druck der Brandung,
begleitet von starken blasgeräuschen durch ritzen im Gestein nach oben
gespritzt. Beim ersten bedrohlichen Fauchen des Felsen fuhr Nina
zusammen und kreischte wie Wild, danach fand sie das ganze Spektakel
"u lässig". Bei beginnendem Sonnenuntergang machten wir uns zurück zum
Auto und machten auf dem Heimweg noch einmal Halt bei den Windrädern
die sich herrlich im goldenen Himmel drehten.
Am Abend beim herunterladen der Bilder vom Fotoapparat schluckte
Sascha erstmals leer, irgendwie hatte er es doch tatsächlich fertig
gebracht heute mal eben schnell 150 Fotos zu schiessen.
13. Jan.
Albany
In
der Nacht wachten wir auf und hörten ein komisches Geräusch, nach
einem Kontrollblick aus dem Fenster war klar, dass es sich dabei um
Regen handelte, dessen Existenz wir schon beinahe vergessen hatten.
Aber als wir am Morgen aufstanden, lächelte bereits wieder die Sonne
durch das Fenster. Wir machten uns ein gemütliches Frühstück und
liessen den Tag schön langsam angehen. Erst gegen Mittag machten wir
uns auf den Weg ins Zentrum von Albany. Am Stadtrand steht eine
Nachbildung der Amity, sie war das erste Schiffes das im Jahre 1826
bei Albany angelegt hatte. Nach dem Besuch der Amity wollten wir etwas
die Schaufenster der Einkaufsstrasse besichtigen. Beim
anfänglichem "nur luege" blieb es dann allerdings nicht ganz und wir
kauften uns einige Kleinigkeiten. Auf dem Rückweg zum Campingplatz war
dann noch Autowaschen angesagt, denn nach dem gestrigen Besuch von
"The Gap" war der ganze Wagen eine einzige Salzkruste vermischt mit
roter Erde. Als Sascha bei einer Tankstelle nach einer Waschstrasse
fragte, meinte ein Aussie:" Warum zum Teufel willst du das Auto
waschen, der ist doch gar noch nicht dreckig" was meiner Ansicht nach
mehr als nur untertrieben war. Nach dem Nachtessen sassen wir
gemütlich um unser kleines Feuerchen und briete Marshmallows. Nina
wollte dann plötzlich freiwillig ins Bett, was eher ungewohnt ist, wir
plauderten noch bis spät in die Nacht an unserem Jarrahtree Feuer und
gingen in Gedanken noch einmal alle unsere bisherigen Stationen hier
in Australien durch.
14. Jan.
Albany - Ravensthorpe ( via Sterling Range Nationalpark)
Wenn
man zwei mal am selben Tag volltankt ist man zweifellos etwas weiter
gefahren, aber fangen wir von vorne an. Um 10.00 fuhren frisch
vollgetankt in Albany los in Richtung Sterling Range Nationalpark, wo
wir nach einer guten Stunde bei "The Lily" den ersten halt machten.
The Lily ist eine vollfunktionsfähige Nachbildung einer Holländischen
Windmühle aus dem 16ten Jahrhundert, hat eine Spannweite von 25m und
ist die einzige ihrer Art in ganz Australien. Nach dem kurzen Stopp
setzten wir unsere Fahrt fort und mit jedem Kilometer wurde das Land
karger und karger. In Jarramungup, welches aus einer Tankstelle einer
Informationstafel und ca. fünf Häuser besteht, machten wir den
Mittagshalt. Sascha wollte einen der vielen vorbeifahrenden Roadtrains
fotografieren, dies stellte sich schwieriger heraus als erst geglaubt.
Die schweren Brummis, die bis zu vierzig Meter lang sind, brausen
locker mit 110 Sachen an einem vorbei. Die restlichen 140km sind
schnell erzählt, links und rechts der Strasse viel Nichts, fünf kleine
Kurven und der Rest Bolzen gerade. Als wir in Ravensthorpe unser
Häuschen bezogen hatten, besichtigten wir den Ort. Als wir fünf
Minuten später alles gesehen hatten, entschieden wir uns auf einen
Abstecher nach Hopetoun welches 60km weiter südlich am Meer liegt.
Wieder eine gerade Strasse die sich über die kargen Hügel erstreckt.
Der Ort Hopetoun schliesslich war noch kleiner als Raventhorpe, so
dass wir Nina die eingeschlafen war gar nicht weckten, ein Foto von
einem alten Haus schossen und uns wieder auf den Rückweg machten.
Unterwegs wurden wir dann mit dutzenden Kangaroos belohnt die sich im
Sonnenuntergang auf Futtersuche machten.
15. Jan.
Ravensthorpe - Esperance
Die
Fahrroute führte wieder durch viel Nichts mit Bäumen links und rechts
der schnurgeraden Strasse entlang. Vereinzelt trafen wir auf
Briefkästen am Strassenrand, die auf Bewohnern in der Umgebung
schliessen liessen. 55km vor Esperance machten wir einen Halt auf
einem Parkplatz, als ein älteres Auto mit den letzen Kräften auf den
Parkplatz zusteuerte. Ohne Handyempfang ist mal hier ziemlich
aufgeschmissen. Also erklärten wir uns bereit, bei der nächsten
Möglichkeit den Pannendienst (RAC) zu informieren, allerdings fanden
wir das nächste Telefon erst 50 km später. Auf der Great Ocean Route
führen wir der traumhaften Beach entlang, und machten einen Halt am
Pink Lake. Dieser äusserst Salzhaltige See wird von einer Algenart
bewachsen, die 10 mal mehr Beta Carotine enthält, als Karotten. So
bekommt der See eine rosa Farbe, und wirkt äusserst ungewöhnlich. In
Esperance angekommen machten wir einen kleinen Abstecher auf den
Spielplatz und drehten eine Runde auf der Mini-Eisenbahn durch den
Park. Als wir dann im Motel eingecheckt hatten, war es erst einmal
Zeit für eine Stärkung, und so machten wir ein Aussie BBQ und ruhten
uns von der Fahrt aus. Gegen 17 Uhr packten wir unseren Rucksack und
fuhren zum Speedway. Auf den Parkplätzen rund um das Oval war es
bereits gerammelt voll. Ein Pickup neben dem anderen parke rückwärts
zur Streckenbegrenzung, und die Insassen sassen auf ihren
aufklappbaren Campingstühlen auf den Ladeflächen, unterhielten sich
mit den Nachbarn und wühlten in ihren Kühlboxen. Da wir weder einen
solch populären Campingstuhl, noch über eine geeignete Ladefläche
verfügten, besetzten wir einen Platz auf einer der Tribünen. Kaum
angekommen, begann das Treiben auf der Rennstrecke. Mit
Strassenputzmaschinen wurde die Sandige Strecke nass gespritzt, und
die Begrenzungslinien wurden frisch gezogen. Dann kamen die ersten
Speedcars auf den Platz. Dann begann die Qualifikation, und es wurde
richtig laut und der Dreck flog uns nur noch um die Ohren. Nina war
begeistert, und quietschte vor Vergnügen. Neben den Speedcars gab es
noch etliche weitere Rennen in verschiedenen Alters- und
Leistungsklassen, wie auch ein Seitenwaagenrennen. So sassen, staunten
und genossen wir drei Stunden die verrückte Stimmung. Nach der
Halbzeit, als sich alle Rennen nochmals wiederholt hätten, beschlossen
wir den Abend ausklingen zu lassen, und kehrten zurück ins Motel.
16. Jan.
Esperance
In
Esperance herrscht das ganze Jahr über ein konstantes mildes Klima,
und ist somit eigentlich der Traum für jeden Sommerliebhaber. Nun hat
aber bekanntlich alles auch eine Schattenseiten, hier ist das der
Wind. Der Wind bläst frisch und stark, sodass wir richtig froh um
unsere langen Hosen und Fleesejacken waren. Anderseits war dafür auch
die Wäsche, welche nach dem ganzen Staub und Dreck der vergangenen
Rennnacht fällig war, nach zwei Stunden am Stewi trocken. Am frühen
Abend machten wir uns auf den Weg zur Jetti, einem langen Fischersteg
an der Beach. Hier kommt jeden Abend ein Seelöwe namens Sammy zu
Besuch. Gleich am Beginn des Steges war eine Statue von Sammy zu
sehen, und wir posierten darum herum, als wir den grossen "real one"
unter dem Steg entdeckten. Er bewegte sich in Richtung Ozean, und
freute sich über die Fischreste, welche die Fischer nach dem Ausnehmen
der Beute in Meer warfen. Lange sahen wir Sammy und einem weiteren
Seelöwen zu wie sie im Ozean nach Fischen suchten, und gelegentlich
genüsslich die Fänge verspiessen. Nach 40 Minuten Badespass wurde
Sammy müde, und kehrte zum Strand zurück. Der Seelöwe sonnte sich in
der Abendsonne, wälzte sich im Strand, und machte sich dann zu seinem
Schlafplatz zwischen drei grossen Steinbrocken neben dem Fischersteg.
Lange sahen wir dem schlafenden Tier noch zu, bis uns der Wind dann
doch etwas zu streng wurde, und wir zum Nachtessen auf den Camping
zurückkehrten.
zur 11. Ferienwoche
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