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03. Jan.
Mandurah
Heute mussten wir
uns erst wieder neu orientieren. Stundenlang streckten wir unsere
Nasen in die Reiseführer, Karten und Campingführer. Nachdem wir am
Vortag lange nach einer zahlbaren Unterkunft gesucht hatten, und
momentan Schulferien sind, hatten wir beschlossen die
Etappenunterkünfte allesamt zu buchen. Nina räumte dabei pausenlos
unser "puff" wieder auf, und schimpfte mit ihren unordentlichen
Eltern. Zuletzt setzen wir ganz einfach eine Excel Tabelle auf mit den
Orten die von der Wegdistanz und der Anzahl an möglichen Aktivitäten
interessant schienen, und teilten das ganze auf den Resturlaub auf.
Als am Nachmittag die Eckdaten endlich standen, machten sich Sascha
und Nina auf eine Strand- und Spielplatzerkundungstour, währenddessen
Christa sich drei Stunden die Ohren wund telefonierte. So freuen wir
uns nun auf die Endetappen, und das uns noch unbekannte Western
Australia.
04. Jan.
Mandurah - Pinjarra
- Dardanup - Boyanup - Bunbury
Bereits
um 8 Uhr haben wir unsere Schlüssel abgegeben, und uns auf die nächste
Etappe gemacht. Auf einem schönen Tourist Drive im Hinterland,
zwischen Orangenbäumen und Weingebieten fuhren wir in Richtung
Bunbury. Am Brook Dam machten wir unseren ersten Break, und
beobachteten die Wasserskifahrer auf dem Stausee. Als wir auf der
Weiterfahrt eine Käserei mit freier Degusation entdeckten, kehrten wir
unverzüglich ein, und kauften uns alles ein, was eine richtige
"Geschwellte"-Käseplatte so braucht. Als wir kurz nach Mittag in
Bunbury den Camping erreichten, machten wir uns natürlich sofort ans
Kartoffeln kochen. Nach einer Pool-Stunde machten wir eine
Besichtigungstour nach Bunbury. Auf dem Aussichtsturm bekamen wir den
ersten Eindruck von dieser Handelsstadt. Von so hoch oben schienen die
Häuser und Strassen wie die Landschaft einer Modelleisenbahn. Alles
derart gepflegt und herausgeputzt, dass es beinahe künstlich wirkte.
Anschliessend ging es auf einen 3,5km Strandspatziergang. Über die mit
Sträucher bewachsenen Dünen schlängelten wir und immer weiter
südwärts. Als die Sonne langsam am Horizont zu versinken drohte,
gingen wir am Strand entlang zurück, und erreichten mit den letzen
Sonnenstrahlen den Ausgangspunkt.
05. Jan.
Bunbury - Dardanup - Gnomesville - Ferguson Valley - Bunbury
Die
Fahrt führte uns nach Dardanup wo wir in das Ferguson Valley einbogen,
der gleichnamige Nationalpark ist bekannt für seine Baumriesen die er
beheimatet. Hier sahen wir riesige Bäume der Jarrah-Art aus denen ein
King Tree hoch herausragte. Der ca. 600 Jahre alte Baum ist schwer
gezeichnet von einem Buschfeuer hat aber dennoch eine grüne Baumkrone.
Auf dem Weg zum King Tree stiessen wir zufälligerweise auf eine
besondere Überraschung. Gnomesville (Zwergenstadt), ein eine kleinen
Waldstück stehen tausende von Gartenzwerge die von Leuten aus aller
Welt hierher gebracht wurden. In kleinen Gruppen oder alleine stehen
die putzigen Kerlchen in den unterschiedlichsten Sujets. So sieht man
sie Blumen giessend, Pfeife rauchend, wandernd oder schaufelnd. Aber
auch ganz ausgefallene wie Finding Gnomo der in einem Aquarium mit
Fischen sass, oder etwas frech der Head down Arse up Gnome der uns
sein Hinterteil zeigte. Alle liebevoll mit Datum versehen und woher
sie nach Gnomesville gezogen sind. Der Startschuss zu dieser
Zwergenstadt legte eine Footballmanschaft, die auf dem Heimweg von
einem Auswärtsspiel im Bus eine Party laufen hatten, und einen Zwerg
in diesem Wald aussetzen. Mit der Zeit wurden es einfach immer mehr und mehr
Zwerge, jedes Kind das diesen Ort gesehen hat will auch einen Zwerg nach Gnomesville bringen. Nach dem
wir uns nur schwer von Gnomesville getrennt hatten, fuhren wir dann
zum King Tree und weiter zum Wellington Damm, wo wir uns erst mal bei
einem gemütlichen BBQ stärkten. Der Wellington Damm wurde 1931 erbaut
und staut hinter seiner 366m breiten und 34m hohen Mauer stolze 186mio
m3 Wasser, welches zur Bewässerung der örtlichen Weinfelder genutzt
wird. Frisch gestärkt folgten wir den Ablauf des Stausees, wo viele
kleine Plätzchen mit Namen wie Long Pool, Little Rocks oder Honeymoon
Pool zum Schwimmen einluden. Da das Wasser doch etwas arg frisch war,
beliessen wir es beim Füssereinhalten und zogen ein Bad im
Camping Pool vor.
06. Jan.
Bunbury - Cape Naturaliste - Margaret River
Ein
weiteres mal hiess es die Koffer packen und weiter reisen. So fuhren
wir um 8.00 los und verliessen Bunbury. Nach einer Stunde Fahrt bogen
wir in Dansborough in Richtung Cape Naturaliste ab. Im gleichnamigen
National Park trafen wir auf einen kleinen Leuchtturm der umgeben mit
diversen Walktrails ist. Wir nutzten die Gelegenheit und vertraten
unsere Beine, beim Marsch in der kargen Buschlandschaft mit ca. 3mio.
Fliegen herrscht wohl normalerweise völlige Ruhe die jedoch heute kaum
zu spüren war, da Nina über Nacht wohl zu einem Radio mutiert ist und
pausenlos quasselte. Nach einem einstündigen Fussmarsch setzt wir die
Fahrt fort. Bereits um 11.00 erreichten wir unser heutiges Etappenziel
in Margaret River, ein kleiner Ort ( 800Einw.) 280km südlich
von Perth. Da wir erst um 14.00 einchecken konnten beschlossen wir uns
kurzerhand zu einem Besuch der Mammut Caves. Die Mammut Caves ist die
grösste von den fünf Höhlen die es Zwischen Margaret River und Augusta
zu besichtigen gibt. Nach einem Picknick vor dem Höhleneingang ging es
los, wir wurden mit einem elektronischen Guide ausgerüstet dann machten
wir uns auf den Weg in die herrlich kühle Tropfsteinhöhle. Über
schmale Stege gelangten wir durch die 600 m lange Höhle und wurden
über Kopfhörer informiert. Zurück am Tageslicht führte uns ein kurzer Buschwalkway zurück zum Ausgangspunkt. Nun war es an der Zeit unser
heutiges Domizil zu beziehen und gleich den Campingplatz zu erkunden.
Zwei Minuten ausserhalb des Städtchen liegt dieser idyllisch am
Margaret River. Beim baden, umgeben von zahlreichen Enten, am
Urgemütlichen Fluss, schlossen wir einen weiteren wunderschönen Tag ab.
07. Jan.
Margaret River - Augusta - Cape Leeuwin - Margaret River
Nachdem
wir den Tag gemütlich angegangen sind, machten wir einen Ausflug nach
Augusta in den Cape Leeuwin Nationalpark. Cape Leeuwin liegt 320km S
von Perth und ist der südlichste Punkt der Westküste Australiens. Hier
treffen der Indische Ozean und der Southern Ozean aufeinander und wie
es sich gehört für einen so exponierten Punkt befindet sich auch hier
ein Leuchtturm, welcher der Schiffart den Weg weist. Das Cape Leeuwin
Lighthouse, erbaut 1895, ist mit seinen 59m Höhe der grösste
Australiens. Bei einer Besichtigungstour stiegen wir die 176 Stufen
bis zur Plattform hoch und wurden dabei Fachkundig informiert über den
Bau und den Betrieb einst und heute. Auf die Frage von Sascha, ob sich
die Schiffe heutzutage nicht eher auf GPS ( Satelliten Navigation)
verlassen meinte der schon etwas ältere Leuchtturmwart, dass die
moderne Technik gut ist aber auch sehr anfällig und optische Kontrolle
daher unerlässlich ist. In der Nähe des Leuchtturmes begutachteten wir
ein altes Mühlenrad das im Laufe der Jahre vollständig verkalkte und
nun ein stummer Zeuge vergangener Tage ist. Vor der Rückfahrt nach Margaret River
genehmigten wir uns ein Bad im Indischen Ozean, bei den Skippy Rocks,
wo ausser uns nur gerade zwei Schnorchler im Wasser anzutreffen waren.
Zurück in Margaret River
flanierten wir etwas in der Geschäftsmeile, welche allerdings deutlich
kürzer als eine Meile ist und kauften neben einer Roadmap noch einige
musikalische Souvenirs.
08. Jan.
Margaret River - Manjimup
Die
Strecke nach Manjimup (170km) führte uns mehrheitlich durch Wälder und
Weinbaugebiete. Nachdem wir am morgen früh los gefahren sind und recht
gut voran kamen machten wir unseren ersten Stopp erst kurz vor dem
eigentlichen Ziel. Ungefähr 10km vor Manjimup trafen wir gleich auf
drei Intressante Sachen. Die " One Tree Bridge", "The Four Aces" und "Glenoran
Pool". Wir parkten unser Auto und begutachteten als erstes die One
Tree Bridge, welche wie es der Namen schon sagt aus nur einem Baum
bestand. Ein gewaltiger Karri Tree wurde über den Fluss gefällt und
darauf wurde anschliessend mit Planken eine Fahrbahn gelegt. Anfang
der sechziger Jahre musste die inzwischen zu alte Brücke einer neuen,
breiteren Brücke weichen und ist jetzt um Flussufer zu besichtigen.
Nach einem kurzen Fussmarsch gelangten wir zu den Four Aces, vier
riesen Karri Tree Bäume die wie auf einer Schnur gespannt in Reih und
Glied stehen. Der Informations Tafeln entnahmen wir ein paar
Interessante Sachen. So lernten wir, dass nur jeder 1000ste Karri Tree
zu einem so genannten Giant Karri Tree wird, und die anderen vorher
verenden. Die Ausmasse eines solchen Giant Karri Tree sind
gewaltig, er erreicht eine Höhe bis zu 90m und ein Gewicht von 200
Tonnen. Er erreicht einen Umfang bis 15m und braucht 170 Liter Wasser
pro Tag. Wie kleine Zwerge zogen wir weiter und trafen kurze Zeit
später auf den Glenoran Pool, ein Picknickplatz in einer Waldlichtung
am ruhigen Fluss. An diesem Bilderbuchplätzchen packten wir unseren
Gaskocher aus und machten unser Mittagessen und bestaunten
anschliessend die zahlreichen Flusskrebse. Das kleine Reststück war
schnell bewältigt und wir trafen auf unserem Campingplatz ein, 8km
ausserhalb vom Städtchen Manjimup ( 5000 Einw.). Irgendwo zwischen dem
Nichts und dem Farmland liegt der Camping, mit einem Nostalgie Freibad
aus den 30er Jahren. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir dann
auch auf aufgepumpten Lastwagenschläuchen in diesem Pool und
hatten einen riesigen Spass. Nina die immer schneller Kontakt zu
anderen Kinder knüpft wurde nach dem Nachtessen zum Marschmelos braten
eingeladen, was ihr sichtlich zu gefallen schien.
09. Jan.
Manjimup
In
der letzten Nacht wären Christa und Sascha beinahe erfroren, trotz
Tagestemperaturen um die 33 Grad kühlt es hier in der Nacht
beträchtlich ab. In unserem Cabin das so ziemlich null isoliert ist
herrschten gerade mal 14 Grad. Zu allem Elend bemerkten wir beim Bezug
des Cabin nicht, dass unser Bett nur gerade mit einem Leinentuch
ausgestattet war. Dieses war so dünn, dass man locker eine Zeitung
dadurch lesen hätte können und auch Kissen waren Fehlanzeige. Unsere
Jäckchen wurden kurzerhand zu Kissen und Christa's Wickelrock zur
Zusatzdecke, dann hiess es zusammenrutschen. In aller Herrgottesfrühe
wachten wir auf und schlotterten uns einen ab, ein Wunder das wir
nicht schon Eisblumen am Fenster hatten. Christa beschloss sich unter
der Dusche aufzuwärmen und verliess das Cabin bereits um 5.00, Sascha
fand irgendwie wieder zurück zum Schlaf. Um 9.00 war die Affenkälte
der Nacht schon längst wieder verflogen und die Sonne heizte schon
mächtig ein. Beim Morgenessen kippten wir das heutige Programm und
beschlossen den Tag einfach nur zu geniessen. Wir packten unser
Schwimmzeug ein und schlenderten zum Fonty's Pool legten uns in den
Schatten und lösten ein paar Kreuzworträtsel, wobei Nina tatkräftig
mithalf. Wenn wir zu warm hatten schnappten wir einer der aufgepumpten
Schläuche und planschten im Pool. Gegen Abend holten wir uns im Office
unsere Kissen und Decken damit wir auch die nächste Nacht überstehen.
zur 10. Ferienwoche
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