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20. Dez.
Kempsy - Port Marquarie - Forster
Auf
der weiteren Fahrt Richtung Süden besuchten wir in den Nähe von Port
Marquaire einen Tierpark. Der Zeitplan war perfekt gewählt, denn kaum
hatten wir unsere Eintrittskarten, war ein Meet & Greet bei den Koalas
angesagt. Der drei Jährige Blinki roch nach frischem Eukalyptus, und
war sehr interessiert an den Besuchern. Bei den Pfauen herrschte
Hochbetrieb, alle Männchen zeigten den Weibchen ihre schmucken Federn,
und so kamen wir in den Genuss von vielen Pfauenrädern. Allerdings
zeigten die Weibchen mehr Interesse am getrockneten Mais, als an den
bunt geschmückten Männchen. Natürlich hielten wir uns wieder am
längsten im Freigehege der Kängurus auf, und warteten geduldig, bis
sich die Tiere zu uns gesellten, und den Mais den wir ihnen
präsentierten aus unserer Hand frassen. Bereits um 14 Uhr trafen wir
an unserem Etappenziel in Forster an. Der Campingplatz ist mit einem
weitläufigen Buschland verbunden. So schlenderten wir dem Fluss
entlang bis zur Mündung in den Lake Wallis, und fütterten unterwegs
Fische, die sich im Fluss tummelten. Der Camping ist sehr ruhig
gelegen, und bei der Dämmerung hörten wir unzählige Vogelsimmen. Nina
freute sich am meisten über den Camping eigenen Filmkanal, der vom
Fernseher im Cabin zu empfangen war, und sah sich begeistert ihren
Lieblingsfilm Shrek an.
21. Dez.
Forster
Ausser
Christa die heute einen Waschtag einlegte machte der Rest der Familie
nicht gerade viel. Während Nina vom ewigen baden fast Schwimmhäute
gewachsen sind, krallte sich Sascha ein Buch und beschlagnahmte einen
Liegestuhl am Pool. Wenn man den ganzen Tag nichts macht ausser am
Pool zu hängen, hat man viel Zeit andere Leute zu beobachten. So
studierten wir die eine Japanische Gruppe die ihre Zelte ca. 200m
neben dem Pool und Toilettenkomplex aufgeschlagen hatten. Am Morgen
frisch aufgestanden, mussten alle erstmal zum Duschen. Anscheinend ist
es für Japaner selbstverständlich Wegstrecken von mehr als
einhundert Metern per Auto zurückzulegen, die ganze Prozedur dauerte
ein vielfaches länger als wenn alle gelaufen währen. "Wahrscheinlich
werden sie anschliessend direkt wegfahren" dachten wir uns. Aber dem
war weit gefehlt, der erste der Gruppe der fertig war sass artig
wieder ins Auto und wartete geschlagene fünf Minuten bis alle
vollzählig waren um die 150m zurückzufahren. Eine halbe Stunde später
das selbe Spiel als eine andere Gruppe Japaner zum Baden wollte. Alle
ins Auto, 150m fahren, alle raus, 20 min. Gekreische im Pool und alles
wieder per Auto zurück. Wir dachten wir sind im Film und kamen zur
Schlussfolgerung, das Japaner bis in 5 Generationen wohl mit Rädern
zur Welt kommen.
Am Nachmittag, hatte Christa dann helle Freude am Ergebnis der Wäsche.
Bislang wurde die Wäsche zwar frisch, aber die Flecken verharrten.
Kein Wunder, eine Maschine dauert auch nur 20 Min. Nachdem wir von
einer Einheimischen ein paar Tipps bekamen wurde die Wäsche zum ersten
mal wieder richtig sauber.
22. Dez.
Forster
Da
Foster rundum mit Wasser umgeben ist, entschlossen wir uns mal ein
Kanu zu mieten und uns nach dem vergangenen Faulenzertag etwas
sportlich zu betätigen. In Foster besitzt wohl jeder ein Boot und so
ist es auch recht einfach an einem der zahlreichen Shops entlang von
Boatshead Marina eines zu mieten. Die anfänglichen
Kordinationsprobleme mit dem Paddel waren schnell im Griff und so
fuhren wir um ein paar der zahlreichen vorhandenen Inseln des Lake
Wallis. Plötzlich sahen wir etwas weiter weg unzählige Holzpfosten aus
dem Wasser ragen, und wer uns kennt weiss da wir diese natürlich
genauer unter die Lupe nehmen mussten. Kurze Zeit später war das
Rätsel gelüftet, an den Pfosten waren Körbe befestigt in denen Austern
heranwachsen, wir waren auf einer Auster Farm. Bei einem Zwischenstopp
auf Leon Island trafen wir einen Fischer der gekonnt seinen Fang (Flathead's
Fische ) filletierte. Kaum hatte er begonnen kam auch schon die ersten
Pellikane angeflogen und bettelte nach dem nicht verwertbaren
Fischresten. Der Fischer war nicht sehr gut auf die grossen Vögel zu
sprechen und erklärte uns:" So ein Mistvieh hat mir mal meinen kleinen
Hund auf nimmer wieder sehen geklaut als ich beim Angeln war." Nach einer
kurzen Plauderei war es für uns Zeit wieder ins Kanu zu klettern und
uns auf den Rückweg zum Bootsverleih zu machen. Zurück auf festem
Grund machten wir einen Einkaufsbummel durch die Shops von Forster.
Nina meinte wir müssen sie immer ans sparen erinnern wenn sie was
kaufen will, damit ihr Sackgeld für ihren grossen Wunsch reicht. Sie
will in Sydney unbedingt ein paar schöne Sandalen selber kaufen. So
sind wir nach dem " nur Luege" zurück auf den Camping wo wir uns im
Pool abkühlten vor dem Nachtessen.
23. Dez.
Forster - Seal Rocks - Newcastle - Belmont
Die
lieben Vögel hatten über Nacht unser Auto derart dekoriert, dass wir
vor der Weiterfahrt erst mal die nächste Waschanlage aufsuchen
mussten. Nach der kurzen Verzögerung ging es dann endlich los, auf
einem nur wenige Kilometer schmalen Landstreifen zwischen dem Lake
Wallis und dem Pazifik führte uns der Highway 111 in Richtung Seal
Rocks. Seal Rocks, ein winzig kleines Nest mit einem Dorfladen, der
kleiner war als jeder Tankstellenshop.( Beim betrachten der Karte
bemerkten wir nicht das die letzten 5km nur Schotterstrasse waren, so
sah unser Auto im Handumdrehen wieder aus wie am morgen früh.) Wir
besuchten Seal Rocks aber auch nicht um einzukaufen, sondern wir
machten einen Spatziergang zum alten Leuchtturm aus dem Jahre 1875.
Kurz vor der letzten Erhebung in Richtung Leuchtturm sahen wir ein
gewaltiges Blowhole. Die Brandung bohrte über Jahrtausende hinweg ein
Loch durch den Berg durch das sich die Wassermassen pressen, und unter
gigantischem Getose in die Luft spritzt. Der letzte Teil des
Weges führte steile Stufen empor und brachte alle mächtig ins
schwitzen. Der schöne Turm und die tolle Aussicht mit der wir belohnt
wurden war es allerdings mehr als nur wert. Nach weiteren 40km Fahrt
in Richtung Newcastle, war es Zeit sich ein Plätzchen für ein Picknick
zu suchen. Wir bogen in den Myall Lake Nationalpark, wo uns wieder
Schotterstrassen erwarteten, und nach 12km Fahrt durch den Wald trafen
wir auf ein ruhiges Plätzchen am Myall Lake, wo ausser dem Lachenden
Hans und ein paar anderen Vögel nur das rauschen der Bäume zu hören
war. Frisch aufgetankt nahmen wir schliesslich den Rest unserer Etappe
nach Belmont (Newcastle) unter die Räder. Wir waren alle sehr
gespannt was für ein Cabin uns erwarten würde, denn für Weihnachten
wollten wir es richtig gemütlich haben. Als Christa dann vor dem
Häuschen parkierte war schon mal klar, dass es nicht gerade klein war.
Wir trauten kaum unseren Augen als wir unsere Mini Villa inspizierten.
"Mami da het's ja en richtigi Badwanne im Badzimmer" meinte Nina und
zeigte aufgeregt auf den Whirlpool. Das Elternschlafzimmer erwies sich
als fast grösser als das Zuhause und auch Nina hat wieder einmal ein
eigenes Zimmer, in der tat, wir hatten ein glückliches Händchen beim
Buchen. Um 18.00 deckten wir uns im Supermarkt für die folgenden
Festtage ein, als gut eingespieltes Team suchten wir uns durch den
Laden und hielten dabei die halbe Belegschaft von Coles auf trab:"
Sorry, wehre arge the....". Zu guter Letzt wurden uns dann auch noch
extra grosse Kartonschachteln organisiert aus denen Christa am Abend
zwei Weihnachtsbäume bastelte.
24. Dez.
Belmont - New Castle - Belmont
Am
Morgen fuhren wir nach Newcastle um unsere HP aufzuschalten, dies
erwies sich als grössere Gelduldprobe. Da war der Netzstecker -
Adapter der natürlich noch auf dem Camping lag, dann musste die IP
konfiguriert werden was etwas komplizierter war da unsere
englischkentnisse immer noch zu wünschen lassen. Und zu guter letzt
bekämpften sich die Firewall's des Internet Cafe mit der unseren so
das unser Frontpage Programm dauernd abstürzte und wir schon glaubten
es sei aus mit unserem Reisebericht. Nach nervenaufreibenden zwei
Stunden hatten wir es dann endlich geschafft. Alles IO und wir mega
happy. Nach einem kurzen Bummel durch die Stadt machten wir uns auf
den weg zurück.
Projekt Weihnachtsbaum stand nun auf der Liste.
Dazu benötigt man zwei grosse Kartonschachtel die man bei Coles
erbetteln kann, eine Lichterkette mit 50 kitschig bunten Lämpchen,
eine Packung Party Knaller, eine Tüte Zuckerstangen und eine Lametta -
Boa.
Zuerst zeichnete Christa den Baum 2 mal, auf dem aufgefalteten Karton
vor und schnitt diese mittels Brotmesser aus. Die zwei Teile wurden je
zur hälfte eingeschnitten und ineinander geschoben. Nun bohrten wir
mit einem Kugelschreiber, gleichmässig verteilt, 50 Löcher in den Baum
und montierten die Lämpchen. Danach musste Nina einen Sack voll
Partyknaller abfeuern, aus denen dünne Papierschlangen flogen. Diese
kratzten wir mühsam vom Teppich weg und klebten sie mit einem
Leimstift ebenfalls am Baum fest. Danach klebten wir die Zuckerstangen
mit Tesafilm an die Astspitzen und zu guter Letzt wickelten wir die
Lametta - Boa um den ganzen Baum. Jetzt nur noch den Stecker
reinstecken und Oh Wunder wir haben wieder mal den "schönsten"
Weihnachtsbaum.
Zum Abendessen wurden wir von Christa mit einem Mango Tango verwöhnt.
Danach backten wir Muffins um Nina die Wartezeit etwas zu verkürzen,
trotzdem fragte sie mindestens hundert mal " Wenn chunt jetzt de Santa
Claus?" Irgendwann gab sie auf und beschloss von sich aus ins Bett zu
gehen, da dort das Warten schneller gehe und schlief ein.
25. Dez.
Belmont
Weihnachten
auf die australische Weise hat einen Nachteil. Denn man wird früh
morgens um 0600, von einem neugierigen Mädchen aus dem Bett geworfen.
Nina, die ihrer Ansicht nach ganz lang geschlafen hatte, brannte
förmlich darauf die Geschenke die ihr Santa Claus in den Strumpf
gesteckt hatte auszupacken. So war sie dann auch total happy als klar
war das Santa Claus die richtigen Sachen besorgt hatte, nämlich ein
Robbenbaby und ein Halskettchen. Wiso ihr Santa auch noch Geld für
neue Sandalen beigelegt hatte war für sie ein Rätsel, sie hatte ihm ja
gar nicht davon erzählt.
Nach der Bescherung konnte der Tag dann wieder etwas gemütlicher von
statten gehen. Bei einem ausgedehnten Morgenbrunch entschieden wir uns
einen gemütlichen Spaziergang am Lake Macquarie zu unternehmen. Als
wir unterwegs zum See waren stellten wir fest das die Stadt förmlich
ausgestorben war, hier wo man üblicherweise bis Mitternacht, oder gar
rund um die Uhr einkaufen kann, war keine Seele zu sehen. Wieder
zurück von unserem Spatziergang an den See und das Meer, testeten wir
unsere Geschmacks Nerven. Beim diesem Spiel musste mit verbundenen
Augen erraten werden, was die anderen einem gerade in den Mund
schoben. Dabei wurde neben Käse, Oliven und Mango auch Sachen wie
Wasabi (extrem scharfe Paste), Zahnpaste und unverdünnter
Instantkaffee verköstigt. Beim Nachtessen schliesslich wurde unsere
Geschmacksnerven ein weiteres mal, mit einer Fertiglasagne aus dem
Supermarkt, getestet.
26. Dez.
Belmont - New Castle - Belmont
Unser
Weg führte uns erneut in die City von New Castle, wo wir eigentlich
mit einem Historischen Tram eine kleine Stadtrundfahrt machen wollten.
Doch leider fuhr diese am Boxingday nicht, und so mussten wir
kurzerhand etwas anderes unternehmen. Nicht weit weg vom Bahnhof
fanden wir dann einen Aussichtsturm den es zu besteigen galt. Nina die
eigentlich schon voll auf "bähndli fahre" eingestellt war, und riesig
enttäuscht war das dieses nicht fuhr, war sofort begeistert. Denn
Türme sind bei ihr auch ganz hoch im Kurs, so rannte unser kleines
Berggeisslein von uns gefolgt die 250 Tritte hoch. Uns erwartete eine
tolle Aussicht die vom Meer her über die Hafenanlage und die ganze
Stadt erstreckt. Danach fuhren wir zum King Edwart Park. In diesem
Park befindet sich das Boogie Hole, ein Meerbad das 1819 extra
für ein General in den Fels der Klippen gemeisselt wurde. Das sah
schon verrückt aus, hier kann man Baden in einem ruhigen "Pool" und
keine fünf Meter entfernt brausen die Wellen des Pazifiks an den Fels
und versprühen die Gischt über das ganze Bad. Am Nachmittag besuchten
wir das Blackputt reserve. In einem 280ha grossen Park ( Eintritt frei
) wo man Kängurus, Koalas, Emus und jede menge Vögel sehen kann,
machten wir es uns bei einem BBQ gemütlich. Danach durchforschten wir
die verschiedenen Walkways durch den Wald und beäugten allerlei Tiere.
Wieder zurück auf unserem Camping leerten wir mal unser Auto und
überlegten uns wie wir all den Plunder in unseren Koffern zu verstauen
ist. Da wir in zwei tagen unser Auto in Sydney abgeben und
anschliessend weiter nach Perth fliegen war dies wohl oder übel nötig,
und stellte uns auch vor einige Rätsel. Wohin mit dem Grill, was ist
mit den Pfannen, brauchen wir dies und das eigentlich noch....und so
weiter. Am Ende haben wir es dann irgendwie geschaft, aber nur Gott
weiss warum.
zur 8. Ferienwoche
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