
Heimspiel, nachdem wir durch halb Deutschland gepilgert waren, hatten wir in Zürich das Konzert praktisch vor der Haustüre. Den ganzen Tag über konnten wir uns schon am Radio einstimmen. Wie immer wurde Christa echt nervös. Unsere Tochter durfte heute auch mit. Sie bekam einen Hörschutz von Papa und Mami musste ihr noch ein spezielles Konzertshirt gestalten.
Vor dem Konzert trafen wir unsere Konzert-Freunde und waren schon alle sehr ausgelassen. Als die Vorband dann fertig war, bewegten wir uns in unseren Sektor. Da wir Nina dabei hatten, haben wir uns Sitzplätze gebucht, ein grosser Fehler.
Das Konzert hatte zweifelsohne dieselbe Qualität wie alle zuvor erlebten. Die Soundqualität im neuen Hallenstadion ist genial, und das Stadium als solches eine wahre Freude. Nur das Publikum war im hinteren drittel der Halle leider sehr verhalten.
Kaum zu glauben, wir bekamen sogar bitten uns zu setzen, als das Konzert startete. Wie bitte sehr soll ich ein Konzert geniessen, wenn ich sitzen muss? Nee, das geht einfach nicht. Sitzplätze sind dafür da, eine erhöhte Sicht zu haben, nicht um sich hängen zu lassen.
Sascha stellte sich dann auf die Treppe, wo er niemanden störte, ich hatte keinen Hintermann, also stand ich, meist alleine in unserem Block und freute mich über das Konzert. Das hat sicher lustig ausgesehen, mitten im sitzenden Block EIN tanzender Fan, umgeben von, sorry die Wortwahl, Schlaftabletten.
Erst im letzen drittel des Konzertes begann unser Block zu feiern.
Mir war's egal, ich hatte ein gutes Konzert, Nina strahlte die ganze Zeit und war einfach ein Teil.
Und mir hat sich einiges bestätigt, Zürich wird nur angefahren, weil es so schön nah ist, für die Party muss ich halt weiterhin in die Ferne schweifen.