Australien 11. Ferienwoche '04-05
Heute
liessen wir uns für einmal führen. Mit einem Katamaran fuhren
wir um die Inseln welche vor Esperance vorgelagert sind, und konnten eine
vielzahl von frei lebenden Tieren beobachten. Kaum hatten wir den Hafen
verlassen, und kamen so richtig in Fahrt, wurden wir schon von mehreren
Delphinen besucht, die vergnügt um das Schiff herum schwammen. Auf
meine Frage, ob die Delphine angefüttert werden, das sie zum Boot
kommen, wurde uns gesagt: " Nein die Delphine kommen zum Schiff,
um darunter zu tauchen und um an Bord entlang zu schwimmen. Für sie
ist es Spiel und sie kommen nur wenn sie guter Laune sind." Kurz
darauf konnten wir diversen Seelöwen zusehen, die sich meist paarweise
in der Sonne wärmten, oder im Ozean nach Fischen jagten. Ein Jungtier
rief dabei immer lauthals nach seiner Mutter, was alle Kinder an Bord
zum lachen brachte. Die nächste Insel wurde von Ziegen bewohnt, die
in den Hängen herumtollten. So zogen wir weiter um die Inseln, machten
einige weitere Stopps. Nach zwei Stunden fahrt durch die Insellandschaft
gelangten wir nach Woody Island. Nach einem kurzen morning Tea bestiegen
wir ein Glasbodenboot, und bestaunten trockenen Fusses die Unterwasserwelt.
Neben vielen Fischen, Muscheln und einigen Seesternen, konnten wir sogar
noch ein Schiffsfrack überqueren. Nun war es an der Zeit wieder zum
Festland zurück zukehren. In voller Fahrt waren wir nach 25 Min zurück
in Esperance. Da wir vor lauter Fahrtwind geniessen gar nicht dazu kamen
unseren Lunch anzurühren, besuchten wir eine der wunderschönen
Badebuchten die wir vom Schiff aus gesichtet hatten. Der feine weisse
Sandstrand ist eine wahre Pracht, jedoch ist es beinahe unmöglich
hier sandfrei zu Mittag zu essen. Nach einem erfrischenden Bad im Ozean
und einer buddel-stunde im Sand erkundeten wir noch den Landabschnitt.
Wir genossen die letzte Aussicht auf den südlichen Pazifik, bevor
es morgen in Richtung Golden Outback landeinwärts geht.
18. Jan. Esperance - Norseman - Kalgoorlie-Boulder![]()
Heute
sind wir nur drei Ortschaften nach Norden gefahren, nach australischem
Massstab sind dies jedoch 430 km. Bereits am Morgen zog ein scharfer Wind
auf, der uns auf der ganzen Fahrt begleitete. Je röter die Erde wurde,
desto heisser wurde dieser Wind. Am Ende verwandelte sich das ganze in
einen regelrechten Sandsturm, sodass wir kurz davor waren Nina festzubinden.
Unterwegs sahen wir riesige Getreideberge, die mit einer Plache abgedeckt
waren. Über riesige Förderbänder wurde das Getreide zu
drei grossen Silos transportiert, so dass beim beladen der Güterzüge
jeweils drei Wagons gleichzeitig befüllt werden können. Wir
waren erstaunt über die Geschwindigkeit des Belandens, in knapp einer
Minute waren drei Wagons voll und der Zug fuhr wieder ein Stück vor.
Gegen Mittag erreichten wir Norseman, das eigentlich unser nächstes
Etappenziel sein sollte. Doch irgendwie konnten wir uns mit dieser Stadt
nicht anfreunden. Nichts zu sehen, und ein immer stärker werdender
Wind. So machten wir auf einem grossen Spielplatz unser Pic Nic und planten
die Reise kurzfristig um. Kurze Zeit später sahen wir einen "Umzug
auf Australisch" ein typisches Wohnhaus wurde in zwei hälften
zerschnitten und auf je einem Schwertransporter zum neuen Wohnort gefahren.
Nina fand diese Umzugsart jedoch etwas fragwürdig, da sie nicht so
ganz daran glaubt dass man ein Haus so einfach wieder "zusammenkleben"
kann. Aus dem roten Sand erhob sich dann am späteren Nachmittag eine
richtige Stadt vor unseren Augen, Kalgoorlie-Boulder das Zentrum der Goldfelder.
1893 wurden hier die ersten Goldfunde gemacht und waren somit der Auslöser
für einen Goldrausch. 1931 fand man hier den grössten Goldklumpen,
mit stolzen 32,177 Kg.
Nachdem
wir uns im Informationsbüro schlau gemacht hatten was es hier alles
zu sehen und tun gibt, machten wir uns auf zum Super Pit, ein gigantisches
Loch. 2,6km lang 1,2km breit und 260m tief und somit doch etwas grösser
als unser Strandloch von Ballina. Hier wird im Tagbau das Gestein abgebaut
und auf riesige Laster verladen, die sich unter der 225t schweren Last
mühsam die Strasse empor quälen und ihre Fracht einem Steinbrecher
übergeben. Der moderne Goldabbau hat nicht mehr viel mit Abenteuer
im weiten ruhigen Outback zu tun. Im Gegenteil, in einer riesigen Industrieanlage
wird das vom Super Pit gebrachte Gestein gebrochen, gewaschen und mit
modernster Technik das Gold heraus gewonnen. Für einen Goldbarren
von 25kg benötigt es 100 Laster mit jeweils 50'000kg Gestein. Nach
dem Besuch von Super Pit fuhren wir ein paar hundert Meter weiter nach
Boulder. Hier wird man irgendwie in die Vergangenheit zurückgeführt,
die zahlreichen alten Häuser aus der Zeit des Goldrausches lassen
uns erahnen wie das Leben hier ausgesehen hatte. Im Banne der Vergangenheit
wollten wir in eine Geisterstadt namens Kanowna. Im Info Office riet man
uns zwar ab davon, weil überhaupt nichts mehr zu sehen sei, trotzdem
fuhren wir die 20km in Richtung Norden. Kleine Holztafeln mit Aufschriften
wie Hotel, Bäckerei, Hospital oder Postoffice sind die einzigen Stummen
Zeugen der Vergangenheit in der kahlen Wildnis wo einst lebhaftes Treiben
war. Auf einem alten Friedhof den sich die Natur schon längst zurückgeholt
hat betrachteten wir alte Gräber aus der Zeit um 1895 rum.1898 nach
den ersten Goldfunden erlebte der Ort während sieben Jahren einen
gewaltigen Boom, der abrupt stoppte nachdem die Fund zurück gingen.
1950 drei Jahre nachdem der letzte Shop schloss wurde auch das Postoffice
nach Kalgoorli verlegt was wohl der Todesstoss für Kanowna war das
einst 12300 Einwohner zählte. Danach machte Nina ihre erste Auto
Fahrstunde was ihr extrem Spass machte, dass sie vor lauter Lachen hie
und da das lenken vergas und Papi mit der Handbremse stoppen musste.
Ein
weiteres mal liessen wir uns wieder in die Vergangenheit führen,
der beste Platz dazu ist zweifellos "The
Mining Hall of Fame". Etwas ausserhalb von Kalgoorli auf dem
Areal einer stillgelegten Miene wird einem auf eindrückliche Weise
das Leben auf den Goldfelder während des vergangenen Jahrhunderts
gezeigt. Gleich nach dem Eingang kamen wir just richtig zum Goldwaschen.
Ausgestattet mit einer leeren Dose und einem Waschteller starteten wir
ins Vergnügen. Mit der Büchse kratzten wir etwas Erde aus dem
kleinen Bach und leerte das ganze in unsere Teller. Mit schwenkenden Bewegungen
galt es dann die Spreu vom Weizen respektiv das Gold vom Dreck zu trennen.
Die ganze Prozedur erwies sich schwieriger als es aussah, und so war unsere
Ausbeute auch recht mager. Ein einziges Goldkörnchen das Nina mit
Hilfe des Museums Guides fand wurde sorgfältig in einem Klebestreifen
verpackt. Nun war es an der Zeit für die Führung durch die Mine.
Nachdem wir unsere Helme aufgesetzt hatten fuhren wir mit einem Lift ca.20m
Untertage. Durch schmale, niedrige Gänge führte man uns durch
die Miene und zeigte uns wie die Arbeiter bei Kerzenlicht schuften mussten
um ans Gold zu gelangen. Die Demonstration des Frischluftventilators und
des Presslufthammers liess uns erahnen wie laut es beim Arbeiten Untertage
war. Wir besichtigten das erste Level der 1955 stillgelegten Miene, unter
uns befanden sich weitere 16 Levels die aber inzwischen zum Teil unter
Wasser stehen. Die senkrecht verlaufenen Goldadern die ausgeräumt
wurden erreichen eine Tiefe bis zu 390m. Zurück am Tageslicht wurde
uns anschliessend gezeigt wie das gefundene Gold geschmolzen und zu Barren
gegossen wurde. Wir Besichtigten die alten Hütten und Zelte der "Prospektors"
(Goldgräber) und sahen uns die diversen alte Maschienen an. Zwei
Stunden später packte uns erneut das Goldfieber, und wir schnappten
uns erneut die Waschteller. Diesmal waren wir etwas erfolgreicher, allerdings
reichte es immer noch nicht um die Ferien zu verlängern. Nach der
weiteren Schürfstunde unter sengender Sonne war es schliesslich an
der Zeit uns im Pool abzukühlen und so machten wir uns wieder auf
die Heimfahrt.
21. Jan. Kalgoorlie - Coolgardie - Kalgoorlie![]()
Coolgardie,
die Mutter der Goldfelder stand als Schwerpunkt auf der Tagesordnung.
1892 hofften hier 16.000 Einwohner auf goldene Zeiten. Mit Kamelen, per
Fahrrad oder zu Fuss kamen die Scharen von Goldgräbern die 550 km
von Perth nach Coolgardie. Heute leben nur noch knapp 900 Einwohner in
dieser Geisterstadt. Einigen Häusern sieht man den Wohlstand der
Vergangenheit noch an, und man kann den Charme von damals erahnen. Andere
Gebäude sind zerfallen, oder es stehen nur noch die Grundmauern.
Auch wir wollten heute die bequemere Art der Anreise per Kamel ausprobieren,
und machten einen halbstündigen Kamel Track. Auf diesem wackligen
Ausritt erfuhren wir von Führer vieles von den Vegetation dieser
kargen Gegend. So erfuhren wir Beispielsweise, dass hier im Busch ein
Schaf 30 ha Land braucht, um genügend Futter für ein Jahr zu
bekommen. Nach der Camel Trophy besuchten wir den Lebensraum von Jack
Cairns. Dies war ein kleines Mannchen, der mit 50 Jahren in die Wildnisse
zog, sich aus Überresten alter Bauten eine Hütte im Busch baute,
und 30 Jahre lang als Einsiedler nach Gold suchte.
22. Jan. Kalgoorlie - Perth (Swan Valley)![]()
Kalgoorlie
- Perth, das bedeutet 620 km durch die Einöde auf einem Highway der
wahrscheinlich erst per Lineal auf Karte gezogen und dann schnurgerade
gebaut wurde. Hie und da ein Roadhouse mit wenigen Häusern umgeben,
und das einzige was es wirklich interessantes zu sehen gibt, ist die Pipeline,
die mal rechts mal links der Strasse folgt. Diese Wasser Pipeline, auch
golden Pipeline genannt, führt das Wasser 530 km quer durch die Wüste
um Kalgoorlie und Region mit dem nassen Element zu versorgen. Nina war
ganz erstaunt darüber, dass das Wasser beim duschen am morgen so
schnell aus dem Hahnen kam, wenn es doch einen derart langen Weg zurücklegen
muss. Auf dem Weg in Richtung Perth konnten wir verfolgen, wie die Bäume
langsam höher gewachsen sind, und dies auf vermehrten Niederschlag
schliessen lässt. Ausserhalb des Autos herrschten über 40 Grad
bei absoluter Windstille, und so hatten wir nur wenig Lust die Fahrt unnötig
zu verlängern, und zogen mit einem Lunchbreak die ganze Strecke durch
bis ins Swan Valley, dem Weinbaugebiet in der Region von Perth. Das Tal
am Fluss ist bezaubern, saftig Grün und eine wahre Augenfreude nach
der eintönigen Färbung vom Landesinneren. Wir haben abermals
unsere Reisepläne über den Haufen geworfen, und haben so beschlossen
die Restlichen Ferientage etwas ruhiger anzugehen. Schliesslich wollen
wir ja erholt aus dem Urlaub zurück kehren.
40
Grad Lufttemperatur am Schatten lassen sich am besten im und um den Pool
ertragen. Im Van wurde die Temperatur immer unerträglicher, und wir
waren mehr als froh, als wir gegen Mittag endlich in ein Cabin mit Klimaanlage
wechseln konnten. Nina bekam von uns einen Schnorchel und eine Taucherbrille
geschenkt, und so hatten wir am Nachmittag sozusagen "Sturmfrei".
Mit einem Auge auf dem Pool genossen wir die Ruhe im schützenden
Schattenplatz am Poolrand, und genossen unseren freien Tag. Plötzlich
rief mir Nina zu, dass sie das planschende Mädchen neben ihr kenne
von einem anderen Camping. Dies liess mir keine Ruhe, und so fragte ich
bei den Eltern nach. Tatsächlich waren wir vor einer Woche auf dem
selben Campingplatz, und die beiden Mädchen hatten dort lange gemeinsam
gespielt. Leider war heute aber das Schnorcheln interessanter, und so
planschte das kleine holländische Mädchen weiterhin alleine
neben Nina her.