Australien 11. Ferienwoche '04-05

17. Jan. Esperance

Katamaran Tour vor EsperanceHeute liessen wir uns für einmal führen. Mit einem Katamaran fuhren wir um die Inseln welche vor Esperance vorgelagert sind, und konnten eine vielzahl von frei lebenden Tieren beobachten. Kaum hatten wir den Hafen verlassen, und kamen so richtig in Fahrt, wurden wir schon von mehreren Delphinen besucht, die vergnügt um das Schiff herum schwammen. Auf meine Frage, ob die Delphine angefüttert werden, das sie zum Boot kommen, wurde uns gesagt: " Nein die Delphine kommen zum Schiff, um darunter zu tauchen und um an Bord entlang zu schwimmen. Für sie ist es Spiel und sie kommen nur wenn sie guter Laune sind." Kurz darauf konnten wir diversen Seelöwen zusehen, die sich meist paarweise in der Sonne wärmten, oder im Ozean nach Fischen jagten. Ein Jungtier rief dabei immer lauthals nach seiner Mutter, was alle Kinder an Bord zum lachen brachte. Die nächste Insel wurde von Ziegen bewohnt, die in den Hängen herumtollten. So zogen wir weiter um die Inseln, machten einige weitere Stopps. Nach zwei Stunden fahrt durch die Insellandschaft gelangten wir nach Woody Island. Nach einem kurzen morning Tea bestiegen wir ein Glasbodenboot, und bestaunten trockenen Fusses die Unterwasserwelt. Neben vielen Fischen, Muscheln und einigen Seesternen, konnten wir sogar noch ein Schiffsfrack überqueren. Nun war es an der Zeit wieder zum Festland zurück zukehren. In voller Fahrt waren wir nach 25 Min zurück in Esperance. Da wir vor lauter Fahrtwind geniessen gar nicht dazu kamen unseren Lunch anzurühren, besuchten wir eine der wunderschönen Badebuchten die wir vom Schiff aus gesichtet hatten. Der feine weisse Sandstrand ist eine wahre Pracht, jedoch ist es beinahe unmöglich hier sandfrei zu Mittag zu essen. Nach einem erfrischenden Bad im Ozean und einer buddel-stunde im Sand erkundeten wir noch den Landabschnitt. Wir genossen die letzte Aussicht auf den südlichen Pazifik, bevor es morgen in Richtung Golden Outback landeinwärts geht.

 

18. Jan. Esperance - Norseman - Kalgoorlie-Boulder

Goldmiene in Kalgoorlie beim SonnenuntegangHeute sind wir nur drei Ortschaften nach Norden gefahren, nach australischem Massstab sind dies jedoch 430 km. Bereits am Morgen zog ein scharfer Wind auf, der uns auf der ganzen Fahrt begleitete. Je röter die Erde wurde, desto heisser wurde dieser Wind. Am Ende verwandelte sich das ganze in einen regelrechten Sandsturm, sodass wir kurz davor waren Nina festzubinden. Unterwegs sahen wir riesige Getreideberge, die mit einer Plache abgedeckt waren. Über riesige Förderbänder wurde das Getreide zu drei grossen Silos transportiert, so dass beim beladen der Güterzüge jeweils drei Wagons gleichzeitig befüllt werden können. Wir waren erstaunt über die Geschwindigkeit des Belandens, in knapp einer Minute waren drei Wagons voll und der Zug fuhr wieder ein Stück vor. Gegen Mittag erreichten wir Norseman, das eigentlich unser nächstes Etappenziel sein sollte. Doch irgendwie konnten wir uns mit dieser Stadt nicht anfreunden. Nichts zu sehen, und ein immer stärker werdender Wind. So machten wir auf einem grossen Spielplatz unser Pic Nic und planten die Reise kurzfristig um. Kurze Zeit später sahen wir einen "Umzug auf Australisch" ein typisches Wohnhaus wurde in zwei hälften zerschnitten und auf je einem Schwertransporter zum neuen Wohnort gefahren. Nina fand diese Umzugsart jedoch etwas fragwürdig, da sie nicht so ganz daran glaubt dass man ein Haus so einfach wieder "zusammenkleben" kann. Aus dem roten Sand erhob sich dann am späteren Nachmittag eine richtige Stadt vor unseren Augen, Kalgoorlie-Boulder das Zentrum der Goldfelder. 1893 wurden hier die ersten Goldfunde gemacht und waren somit der Auslöser für einen Goldrausch. 1931 fand man hier den grössten Goldklumpen, mit stolzen 32,177 Kg.

 

19. Jan. Kalgoorlie - Kanowna

Super Pit, Übertag GoldmieneNachdem wir uns im Informationsbüro schlau gemacht hatten was es hier alles zu sehen und tun gibt, machten wir uns auf zum Super Pit, ein gigantisches Loch. 2,6km lang 1,2km breit und 260m tief und somit doch etwas grösser als unser Strandloch von Ballina. Hier wird im Tagbau das Gestein abgebaut und auf riesige Laster verladen, die sich unter der 225t schweren Last mühsam die Strasse empor quälen und ihre Fracht einem Steinbrecher übergeben. Der moderne Goldabbau hat nicht mehr viel mit Abenteuer im weiten ruhigen Outback zu tun. Im Gegenteil, in einer riesigen Industrieanlage wird das vom Super Pit gebrachte Gestein gebrochen, gewaschen und mit modernster Technik das Gold heraus gewonnen. Für einen Goldbarren von 25kg benötigt es 100 Laster mit jeweils 50'000kg Gestein. Nach dem Besuch von Super Pit fuhren wir ein paar hundert Meter weiter nach Boulder. Hier wird man irgendwie in die Vergangenheit zurückgeführt, die zahlreichen alten Häuser aus der Zeit des Goldrausches lassen uns erahnen wie das Leben hier ausgesehen hatte. Im Banne der Vergangenheit wollten wir in eine Geisterstadt namens Kanowna. Im Info Office riet man uns zwar ab davon, weil überhaupt nichts mehr zu sehen sei, trotzdem fuhren wir die 20km in Richtung Norden. Kleine Holztafeln mit Aufschriften wie Hotel, Bäckerei, Hospital oder Postoffice sind die einzigen Stummen Zeugen der Vergangenheit in der kahlen Wildnis wo einst lebhaftes Treiben war. Auf einem alten Friedhof den sich die Natur schon längst zurückgeholt hat betrachteten wir alte Gräber aus der Zeit um 1895 rum.1898 nach den ersten Goldfunden erlebte der Ort während sieben Jahren einen gewaltigen Boom, der abrupt stoppte nachdem die Fund zurück gingen. 1950 drei Jahre nachdem der letzte Shop schloss wurde auch das Postoffice nach Kalgoorli verlegt was wohl der Todesstoss für Kanowna war das einst 12300 Einwohner zählte. Danach machte Nina ihre erste Auto Fahrstunde was ihr extrem Spass machte, dass sie vor lauter Lachen hie und da das lenken vergas und Papi mit der Handbremse stoppen musste.

 

20. Jan. Kalgoorlie

Historisches Goldwaschen in KalgoorlieEin weiteres mal liessen wir uns wieder in die Vergangenheit führen, der beste Platz dazu ist zweifellos "The Mining Hall of Fame". Etwas ausserhalb von Kalgoorli auf dem Areal einer stillgelegten Miene wird einem auf eindrückliche Weise das Leben auf den Goldfelder während des vergangenen Jahrhunderts gezeigt. Gleich nach dem Eingang kamen wir just richtig zum Goldwaschen. Ausgestattet mit einer leeren Dose und einem Waschteller starteten wir ins Vergnügen. Mit der Büchse kratzten wir etwas Erde aus dem kleinen Bach und leerte das ganze in unsere Teller. Mit schwenkenden Bewegungen galt es dann die Spreu vom Weizen respektiv das Gold vom Dreck zu trennen. Die ganze Prozedur erwies sich schwieriger als es aussah, und so war unsere Ausbeute auch recht mager. Ein einziges Goldkörnchen das Nina mit Hilfe des Museums Guides fand wurde sorgfältig in einem Klebestreifen verpackt. Nun war es an der Zeit für die Führung durch die Mine. Nachdem wir unsere Helme aufgesetzt hatten fuhren wir mit einem Lift ca.20m Untertage. Durch schmale, niedrige Gänge führte man uns durch die Miene und zeigte uns wie die Arbeiter bei Kerzenlicht schuften mussten um ans Gold zu gelangen. Die Demonstration des Frischluftventilators und des Presslufthammers liess uns erahnen wie laut es beim Arbeiten Untertage war. Wir besichtigten das erste Level der 1955 stillgelegten Miene, unter uns befanden sich weitere 16 Levels die aber inzwischen zum Teil unter Wasser stehen. Die senkrecht verlaufenen Goldadern die ausgeräumt wurden erreichen eine Tiefe bis zu 390m. Zurück am Tageslicht wurde uns anschliessend gezeigt wie das gefundene Gold geschmolzen und zu Barren gegossen wurde. Wir Besichtigten die alten Hütten und Zelte der "Prospektors" (Goldgräber) und sahen uns die diversen alte Maschienen an. Zwei Stunden später packte uns erneut das Goldfieber, und wir schnappten uns erneut die Waschteller. Diesmal waren wir etwas erfolgreicher, allerdings reichte es immer noch nicht um die Ferien zu verlängern. Nach der weiteren Schürfstunde unter sengender Sonne war es schliesslich an der Zeit uns im Pool abzukühlen und so machten wir uns wieder auf die Heimfahrt.

 

21. Jan. Kalgoorlie - Coolgardie - Kalgoorlie

Kamel reiten in KalgoorlieCoolgardie, die Mutter der Goldfelder stand als Schwerpunkt auf der Tagesordnung. 1892 hofften hier 16.000 Einwohner auf goldene Zeiten. Mit Kamelen, per Fahrrad oder zu Fuss kamen die Scharen von Goldgräbern die 550 km von Perth nach Coolgardie. Heute leben nur noch knapp 900 Einwohner in dieser Geisterstadt. Einigen Häusern sieht man den Wohlstand der Vergangenheit noch an, und man kann den Charme von damals erahnen. Andere Gebäude sind zerfallen, oder es stehen nur noch die Grundmauern. Auch wir wollten heute die bequemere Art der Anreise per Kamel ausprobieren, und machten einen halbstündigen Kamel Track. Auf diesem wackligen Ausritt erfuhren wir von Führer vieles von den Vegetation dieser kargen Gegend. So erfuhren wir Beispielsweise, dass hier im Busch ein Schaf 30 ha Land braucht, um genügend Futter für ein Jahr zu bekommen. Nach der Camel Trophy besuchten wir den Lebensraum von Jack Cairns. Dies war ein kleines Mannchen, der mit 50 Jahren in die Wildnisse zog, sich aus Überresten alter Bauten eine Hütte im Busch baute, und 30 Jahre lang als Einsiedler nach Gold suchte.

 

22. Jan. Kalgoorlie - Perth (Swan Valley)

Australien Great Eastern HighwayKalgoorlie - Perth, das bedeutet 620 km durch die Einöde auf einem Highway der wahrscheinlich erst per Lineal auf Karte gezogen und dann schnurgerade gebaut wurde. Hie und da ein Roadhouse mit wenigen Häusern umgeben, und das einzige was es wirklich interessantes zu sehen gibt, ist die Pipeline, die mal rechts mal links der Strasse folgt. Diese Wasser Pipeline, auch golden Pipeline genannt, führt das Wasser 530 km quer durch die Wüste um Kalgoorlie und Region mit dem nassen Element zu versorgen. Nina war ganz erstaunt darüber, dass das Wasser beim duschen am morgen so schnell aus dem Hahnen kam, wenn es doch einen derart langen Weg zurücklegen muss. Auf dem Weg in Richtung Perth konnten wir verfolgen, wie die Bäume langsam höher gewachsen sind, und dies auf vermehrten Niederschlag schliessen lässt. Ausserhalb des Autos herrschten über 40 Grad bei absoluter Windstille, und so hatten wir nur wenig Lust die Fahrt unnötig zu verlängern, und zogen mit einem Lunchbreak die ganze Strecke durch bis ins Swan Valley, dem Weinbaugebiet in der Region von Perth. Das Tal am Fluss ist bezaubern, saftig Grün und eine wahre Augenfreude nach der eintönigen Färbung vom Landesinneren. Wir haben abermals unsere Reisepläne über den Haufen geworfen, und haben so beschlossen die Restlichen Ferientage etwas ruhiger anzugehen. Schliesslich wollen wir ja erholt aus dem Urlaub zurück kehren.

 

23. Jan. Perth (Swan Valley)

Taucherbrille40 Grad Lufttemperatur am Schatten lassen sich am besten im und um den Pool ertragen. Im Van wurde die Temperatur immer unerträglicher, und wir waren mehr als froh, als wir gegen Mittag endlich in ein Cabin mit Klimaanlage wechseln konnten. Nina bekam von uns einen Schnorchel und eine Taucherbrille geschenkt, und so hatten wir am Nachmittag sozusagen "Sturmfrei". Mit einem Auge auf dem Pool genossen wir die Ruhe im schützenden Schattenplatz am Poolrand, und genossen unseren freien Tag. Plötzlich rief mir Nina zu, dass sie das planschende Mädchen neben ihr kenne von einem anderen Camping. Dies liess mir keine Ruhe, und so fragte ich bei den Eltern nach. Tatsächlich waren wir vor einer Woche auf dem selben Campingplatz, und die beiden Mädchen hatten dort lange gemeinsam gespielt. Leider war heute aber das Schnorcheln interessanter, und so planschte das kleine holländische Mädchen weiterhin alleine neben Nina her.

 

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...das war unser Traum Urlaub!

 

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