Australien 10. Ferienwoche '04-05
10. Jan. Manjimup - Denmark
Auf
der Fahrt nach Denmark gab's jede Menge zu sehen und tun. Um 8.00 hatten
wir das Auto fertig beladen und machten uns auf den Weg. Bereits wenige
Kilometer nach Manjimup machten wir unseren ersten Stopp. Auf dem Diamond
Tree ist in 52m Höhe ein Feuerausguck montiert den es zu erklimmen
galt. Allerdings ist die ganze Sache nichts für Leute die nicht Schwindelfrei
sind, denn der Weg hinauf führt nur über Eisenstangen, die im
Abstand von einem halben Meter eine Art Wendeltreppe bildeten. In der
Hälfte gab es eine kleine Plattform zum verschnaufen. Auf einem Schild
war zu lesen "That was the easy bit" und in der tat, von nun
an ging es nur noch gerade hoch und das alles ohne jegliche Sicherung.
Die Aussicht die einem oben erwartet ist sich die Mühe allemal wert.
Nach dem Papi wieder zurück auf festen Boden war, wollte Nina unbedingt
auch hoch klettern. Christa die beim blossen Gedanken an dieses Unterfangen
schon bleich wurde, übernahm die Kamera und Nina kletterte mit Papi
bis auf ca. 10m um einige Fotos zu schiessen.
Kaum wieder losgefahren mussten wir einen Blitzstopp einlegen da wir am
Strassenrand ein Emu gesichtet hatten. Leider war dieses alles andere
als Fotogen und suchte lieber das Weite. Nach weiteren 120km Fahrt machten
wir einen Halt bei Nornalup, hier gibt es einen Toptreewalk
wo auch Mamis in die Höhe können. Fünf Stege auf Fachwerkkonstruktionen
führen von einer Plattform zur anderen und erreichen eine maximale
Höhe von 40m. Beim Gang zwischen den riesigen Baumkronen genossen
wir die ungewohnte Perspektive. Zurück am Boden sahen wir auf einem
weiteren Trek, Bäume deren Stämme gespalten waren, so dass man
hindurch laufen konnte, oder solche auf denen Gesichter zu erkennen waren.
Nun wurde es langsam Zeit sich ein ruhiges Plätzchen für das
Mittagessen zu suchen und so machten wir einen Abstecher in Mount Frankland
Nationalpark, wo es einen Wasserfall geben soll. Als wir geparkt hatten
machten wir uns auf die Suche nach den Fällen, aber allem Anschein
nach war der Bach wohl weg um neues Wasser zu holen. Stattdessen wäre
Sascha fast auf eine 1.5m lange Schlange gestanden die sich gerade in
der Sonne wärmte. Nach diesem Schock war der Hunger wieder vergessen
und wir fuhren den Rest der Strecke bis Denmark durch und kochten auf
dem Campingplatz. Gegen Abend besuchten Christa und Nina das Städtchen
und kamen etwas gefrustet zurück, denn die Bank wurde vor ihrer Nase
geschlossen. Auch das Internetcafe machte bereits um 16h zu. Im News Shop
wollten sie dann eine Photo CD brennen welche dann aber auch nicht fertig
wurde.
11. Jan. Denmark
Nach
dem Frühstück gingen wir ins Städtchen um endlich Geld
zu wechseln, danach holten wir im News Shop unsere Photo CD ab und wollten
eigentlich unsere HP aktualisieren. Aber der Typ vom Internet Cafe wollte
satte 15 Dollar pro viertel Stunde, was uns eindeutig zuviel war, und
so verschoben wir dieses vorhaben auf unsere Ankunft in Albany. Danach
machten wir uns auf den Weg an 15km entfernte Meer, wo wir nach einigen
Kletterübungen auf den grossen Granitbrocken erst mal unseren Hunger
stillten. Der Maissalat und die Sandwiches waren schnell weggeputzt, der
Salm hingegen roch uns etwas zu streng, so verfutterten wir ihm kurzerhand
den bettelnden Möwen. Den gierigen Seevögel schien es nicht
gross was auszumachen, das der Fisch für einmal aus der Dose kam.
Das Meer war innerhalb der schützenden Granitblöcken schön
ruhig und lud uns zum baden ein, weiter draussen konnte man gewaltige
Wellen beobachten wie sie unter riesigem Getose auf den Felsbänken
zu Gischt verstieben. Als wir uns genug abgekühlt hatten machten
wir eine kleine Beachwanderung zu den Elefant Rocks, nochgewaltigere Felsblöcke
(15 - 20m hoch) die wie riesen Murmeln an Strand liegen. Bevor wir schliesslich
nach Denmark zurückfuhren hielten wir noch bei der Waterfall Beach.
Zurück in unserem Cabin bekochten wir uns mit feinem "Hördöpfelstock
und Ghackets" dazu gab es einen Tomaten Mozarella Salat.
12. Jan. Denmark - Albany
Die
Strecke von Denmark nach Albany beträgt nur gerade 57km, so konnten
wir den Tag getrost etwas langsamer angehen. Nach einem gemütlichen
Morgenessen packten wir unsere sieben Sachen und machten uns um 10.00
auf den Weg. In Albany angekommen besuchten wir als erstes die Albany
Wind Farm, zwölf riesige Windräder die ca. 10km südlich
von Albany an den Klippen zum Southern Ocean stehen. Diese zwölf
Riesen drehen sich fast lautlos im Wind und liefern jährlich 77mio.
KW sauberen Strom. Von einer Aussichtsplattform sichteten wir eine Treppe
die über die Klippen hinab bis zum Meer führten, wo man herrlich
das heranbrausende Meer bestaunen konnte. Die 585 Tritte hinab waren dabei
um einiges einfacher als der Aufstieg. Danach machten wir einen kurzen
Besuch im Internet Cafe um die HP aufzuschalten, was zum Preis von 2 Dollar
gerade zu geschenkt war. Nun war es an der Zeit den Campingplatz aufzusuchen,
wo wir nach dem entladen des Autos erst mal etwas essen wollten. Die Kocherei
wurde aber jäh unterbrochen als wir plötzlich eine ca. 10cm
grosse Spinne im Caravan entdeckten. Die Campingwartin erklärte das
sie zwar nicht giftig sei, dass sie aber beissen könnte. Sie entfernte
das Mega Vieh und wir konnten in Ruhe unsere Burger fertig braten. Gegen
16.00 fuhren wir erneut los und besuchten die "Natural Bridge"
und "The Gap" im Torndirrup Nationalpark. The Gap ist eine ca.30m
tiefe Schlucht mit tosendem Wasser das vom Meer hineingepresst wird und
bis weit hinauf spritzt. Die Natural Bridge unmittelbar nebenan, ist ein
vom Meer unterspülte Granitformation, die nun wie eine Brücke
der Brandung trotzt. Anschliessend besuchten wir noch "The Blowholes".
Hier wird das Meerwasser unter dem Druck der Brandung, begleitet von starken
blasgeräuschen durch ritzen im Gestein nach oben gespritzt. Beim
ersten bedrohlichen Fauchen des Felsen fuhr Nina zusammen und kreischte
wie Wild, danach fand sie das ganze Spektakel "u lässig".
Bei beginnendem Sonnenuntergang machten wir uns zurück zum Auto und
machten auf dem Heimweg noch einmal Halt bei den Windrädern die sich
herrlich im goldenen Himmel drehten.
Am Abend beim herunterladen der Bilder vom Fotoapparat schluckte Sascha
erstmals leer, irgendwie hatte er es doch tatsächlich fertig gebracht
heute mal eben schnell 150 Fotos zu schiessen.
13. Jan. Albany
In
der Nacht wachten wir auf und hörten ein komisches Geräusch,
nach einem Kontrollblick aus dem Fenster war klar, dass es sich dabei
um Regen handelte, dessen Existenz wir schon beinahe vergessen hatten.
Aber als wir am Morgen aufstanden, lächelte bereits wieder die Sonne
durch das Fenster. Wir machten uns ein gemütliches Frühstück
und liessen den Tag schön langsam angehen. Erst gegen Mittag machten
wir uns auf den Weg ins Zentrum von Albany. Am Stadtrand steht eine Nachbildung
der Amity, sie war das erste Schiffes das im Jahre 1826 bei Albany angelegt
hatte. Nach dem Besuch der Amity wollten wir etwas die Schaufenster der
Einkaufsstrasse besichtigen. Beim anfänglichem "nur luege"
blieb es dann allerdings nicht ganz und wir kauften uns einige Kleinigkeiten.
Auf dem Rückweg zum Campingplatz war dann noch Autowaschen angesagt,
denn nach dem gestrigen Besuch von "The Gap" war der ganze Wagen
eine einzige Salzkruste vermischt mit roter Erde. Als Sascha bei einer
Tankstelle nach einer Waschstrasse fragte, meinte ein Aussie:" Warum
zum Teufel willst du das Auto waschen, der ist doch gar noch nicht dreckig"
was meiner Ansicht nach mehr als nur untertrieben war. Nach dem Nachtessen
sassen wir gemütlich um unser kleines Feuerchen und briete Marshmallows.
Nina wollte dann plötzlich freiwillig ins Bett, was eher ungewohnt
ist, wir plauderten noch bis spät in die Nacht an unserem Jarrahtree
Feuer und gingen in Gedanken noch einmal alle unsere bisherigen Stationen
hier in Australien durch.
14. Jan. Albany - Ravensthorpe ( via Sterling Range Nationalpark)
Wenn
man zwei mal am selben Tag volltankt ist man zweifellos etwas weiter gefahren,
aber fangen wir von vorne an. Um 10.00 fuhren frisch vollgetankt in Albany
los in Richtung Sterling Range Nationalpark, wo wir nach einer guten Stunde
bei "The Lily" den ersten halt machten. The Lily ist eine vollfunktionsfähige
Nachbildung einer Holländischen Windmühle aus dem 16ten Jahrhundert,
hat eine Spannweite von 25m und ist die einzige ihrer Art in ganz Australien.
Nach dem kurzen Stopp setzten wir unsere Fahrt fort und mit jedem Kilometer
wurde das Land karger und karger. In Jarramungup, welches aus einer Tankstelle
einer Informationstafel und ca. fünf Häuser besteht, machten
wir den Mittagshalt. Sascha wollte einen der vielen vorbeifahrenden Roadtrains
fotografieren, dies stellte sich schwieriger heraus als erst geglaubt.
Die schweren Brummis, die bis zu vierzig Meter lang sind, brausen locker
mit 110 Sachen an einem vorbei. Die restlichen 140km sind schnell erzählt,
links und rechts der Strasse viel Nichts, fünf kleine Kurven und
der Rest Bolzen gerade. Als wir in Ravensthorpe unser Häuschen bezogen
hatten, besichtigten wir den Ort. Als wir fünf Minuten später
alles gesehen hatten, entschieden wir uns auf einen Abstecher nach Hopetoun
welches 60km weiter südlich am Meer liegt. Wieder eine gerade Strasse
die sich über die kargen Hügel erstreckt. Der Ort Hopetoun schliesslich
war noch kleiner als Raventhorpe, so dass wir Nina die eingeschlafen war
gar nicht weckten, ein Foto von einem alten Haus schossen und uns wieder
auf den Rückweg machten. Unterwegs wurden wir dann mit dutzenden
Kangaroos belohnt die sich im Sonnenuntergang auf Futtersuche machten.
15. Jan. Ravensthorpe - Esperance
Die
Fahrroute führte wieder durch viel Nichts mit Bäumen links und
rechts der schnurgeraden Strasse entlang. Vereinzelt trafen wir auf Briefkästen
am Strassenrand, die auf Bewohnern in der Umgebung schliessen liessen.
55km vor Esperance machten wir einen Halt auf einem Parkplatz, als ein
älteres Auto mit den letzen Kräften auf den Parkplatz zusteuerte.
Ohne Handyempfang ist mal hier ziemlich aufgeschmissen. Also erklärten
wir uns bereit, bei der nächsten Möglichkeit den Pannendienst
(RAC) zu informieren, allerdings fanden wir das nächste Telefon erst
50 km später. Auf der Great Ocean Route führen wir der traumhaften
Beach entlang, und machten einen Halt am Pink Lake. Dieser äusserst
Salzhaltige See wird von einer Algenart bewachsen, die 10 mal mehr Beta
Carotine enthält, als Karotten. So bekommt der See eine rosa Farbe,
und wirkt äusserst ungewöhnlich. In Esperance angekommen machten
wir einen kleinen Abstecher auf den Spielplatz und drehten eine Runde
auf der Mini-Eisenbahn durch den Park. Als wir dann im Motel eingecheckt
hatten, war es erst einmal Zeit für eine Stärkung, und so machten
wir ein Aussie BBQ und ruhten uns von der Fahrt aus. Gegen 17 Uhr packten
wir unseren Rucksack und fuhren zum Speedway. Auf den Parkplätzen
rund um das Oval war es bereits gerammelt voll. Ein Pickup neben dem anderen
parke rückwärts zur Streckenbegrenzung, und die Insassen sassen
auf ihren aufklappbaren Campingstühlen auf den Ladeflächen,
unterhielten sich mit den Nachbarn und wühlten in ihren Kühlboxen.
Da wir weder einen solch populären Campingstuhl, noch über eine
geeignete Ladefläche verfügten, besetzten wir einen Platz auf
einer der Tribünen. Kaum angekommen, begann das Treiben auf der Rennstrecke.
Mit Strassenputzmaschinen wurde die Sandige Strecke nass gespritzt, und
die Begrenzungslinien wurden frisch gezogen. Dann kamen die ersten Speedcars
auf den Platz. Dann begann die Qualifikation, und es wurde richtig laut
und der Dreck flog uns nur noch um die Ohren. Nina war begeistert, und
quietschte vor Vergnügen. Neben den Speedcars gab es noch etliche
weitere Rennen in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen, wie auch
ein Seitenwaagenrennen. So sassen, staunten und genossen wir drei Stunden
die verrückte Stimmung. Nach der Halbzeit, als sich alle Rennen nochmals
wiederholt hätten, beschlossen wir den Abend ausklingen zu lassen,
und kehrten zurück ins Motel.
16. Jan. Esperance
In
Esperance herrscht das ganze Jahr über ein konstantes mildes Klima,
und ist somit eigentlich der Traum für jeden Sommerliebhaber. Nun
hat aber bekanntlich alles auch eine Schattenseiten, hier ist das der
Wind. Der Wind bläst frisch und stark, sodass wir richtig froh um
unsere langen Hosen und Fleesejacken waren. Anderseits war dafür
auch die Wäsche, welche nach dem ganzen Staub und Dreck der vergangenen
Rennnacht fällig war, nach zwei Stunden am Stewi trocken. Am frühen
Abend machten wir uns auf den Weg zur Jetti, einem langen Fischersteg
an der Beach. Hier kommt jeden Abend ein Seelöwe namens Sammy zu
Besuch. Gleich am Beginn des Steges war eine Statue von Sammy zu sehen,
und wir posierten darum herum, als wir den grossen "real one"
unter dem Steg entdeckten. Er bewegte sich in Richtung Ozean, und freute
sich über die Fischreste, welche die Fischer nach dem Ausnehmen der
Beute in Meer warfen. Lange sahen wir Sammy und einem weiteren Seelöwen
zu wie sie im Ozean nach Fischen suchten, und gelegentlich genüsslich
die Fänge verspiessen. Nach 40 Minuten Badespass wurde Sammy müde,
und kehrte zum Strand zurück. Der Seelöwe sonnte sich in der
Abendsonne, wälzte sich im Strand, und machte sich dann zu seinem
Schlafplatz zwischen drei grossen Steinbrocken neben dem Fischersteg.
Lange sahen wir dem schlafenden Tier noch zu, bis uns der Wind dann doch
etwas zu streng wurde, und wir zum Nachtessen auf den Camping zurückkehrten.