Australien 9. Ferienwoche '04-05
03. Jan. Mandurah
Heute
mussten wir uns erst wieder neu orientieren. Stundenlang streckten wir
unsere Nasen in die Reiseführer, Karten und Campingführer. Nachdem
wir am Vortag lange nach einer zahlbaren Unterkunft gesucht hatten, und
momentan Schulferien sind, hatten wir beschlossen die Etappenunterkünfte
allesamt zu buchen. Nina räumte dabei pausenlos unser "puff"
wieder auf, und schimpfte mit ihren unordentlichen Eltern. Zuletzt setzen
wir ganz einfach eine Excel Tabelle auf mit den Orten die von der Wegdistanz
und der Anzahl an möglichen Aktivitäten interessant schienen,
und teilten das ganze auf den Resturlaub auf. Als am Nachmittag die Eckdaten
endlich standen, machten sich Sascha und Nina auf eine Strand- und Spielplatzerkundungstour,
währenddessen Christa sich drei Stunden die Ohren wund telefonierte.
So freuen wir uns nun auf die Endetappen, und das uns noch unbekannte
Western Australia.
04. Jan. Mandurah - Pinjarra - Dardanup - Boyanup - Bunbury
Bereits
um 8 Uhr haben wir unsere Schlüssel abgegeben, und uns auf die nächste
Etappe gemacht. Auf einem schönen Tourist Drive im Hinterland, zwischen
Orangenbäumen und Weingebieten fuhren wir in Richtung Bunbury. Am
Brook Dam machten wir unseren ersten Break, und beobachteten die Wasserskifahrer
auf dem Stausee. Als wir auf der Weiterfahrt eine Käserei mit freier
Degusation entdeckten, kehrten wir unverzüglich ein, und kauften
uns alles ein, was eine richtige "Geschwellte"-Käseplatte
so braucht. Als wir kurz nach Mittag in Bunbury den Camping erreichten,
machten wir uns natürlich sofort ans Kartoffeln kochen. Nach einer
Pool-Stunde machten wir eine Besichtigungstour nach Bunbury. Auf dem Aussichtsturm
bekamen wir den ersten Eindruck von dieser Handelsstadt. Von so hoch oben
schienen die Häuser und Strassen wie die Landschaft einer Modelleisenbahn.
Alles derart gepflegt und herausgeputzt, dass es beinahe künstlich
wirkte. Anschliessend ging es auf einen 3,5km Strandspatziergang. Über
die mit Sträucher bewachsenen Dünen schlängelten wir und
immer weiter südwärts. Als die Sonne langsam am Horizont zu
versinken drohte, gingen wir am Strand entlang zurück, und erreichten
mit den letzen Sonnenstrahlen den Ausgangspunkt.
05. Jan. Bunbury - Dardanup - Gnomesville - Ferguson Valley - Bunbury
Die
Fahrt führte uns nach Dardanup wo wir in das Ferguson Valley einbogen,
der gleichnamige Nationalpark ist bekannt für seine Baumriesen die
er beheimatet. Hier sahen wir riesige Bäume der Jarrah-Art aus denen
ein King Tree hoch herausragte. Der ca. 600 Jahre alte Baum ist schwer
gezeichnet von einem Buschfeuer hat aber dennoch eine grüne Baumkrone.
Auf dem Weg zum King Tree stiessen wir zufälligerweise auf eine besondere
Überraschung. Gnomesville (Zwergenstadt), ein eine kleinen Waldstück
stehen tausende von Gartenzwerge die von Leuten aus aller Welt hierher
gebracht wurden. In kleinen Gruppen oder alleine stehen die putzigen Kerlchen
in den unterschiedlichsten Sujets. So sieht man sie Blumen giessend, Pfeife
rauchend, wandernd oder schaufelnd. Aber auch ganz ausgefallene wie Finding
Gnomo der in einem Aquarium mit Fischen sass, oder etwas frech der Head
down Arse up Gnome der uns sein Hinterteil zeigte. Alle liebevoll mit
Datum versehen und woher sie nach Gnomesville gezogen sind. Der Startschuss
zu dieser Zwergenstadt legte eine Footballmanschaft, die auf dem Heimweg
von einem Auswärtsspiel im Bus eine Party laufen hatten, und einen
Zwerg in diesem Wald aussetzen. Mit der Zeit wurden es einfach immer mehr
und mehr Zwerge, jedes Kind das diesen Ort gesehen hat will auch einen
Zwerg nach Gnomesville bringen. Nach dem wir uns nur schwer von Gnomesville
getrennt hatten, fuhren wir dann zum King Tree und weiter zum Wellington
Damm, wo wir uns erst mal bei einem gemütlichen BBQ stärkten.
Der Wellington Damm wurde 1931 erbaut und staut hinter seiner 366m breiten
und 34m hohen Mauer stolze 186mio m3 Wasser, welches zur Bewässerung
der örtlichen Weinfelder genutzt wird. Frisch gestärkt folgten
wir den Ablauf des Stausees, wo viele kleine Plätzchen mit Namen
wie Long Pool, Little Rocks oder Honeymoon Pool zum Schwimmen einluden.
Da das Wasser doch etwas arg frisch war, beliessen wir es beim Füssereinhalten
und zogen ein Bad im Camping Pool vor.
06. Jan. Bunbury - Cape Naturaliste - Margaret River
Ein
weiteres mal hiess es die Koffer packen und weiter reisen. So fuhren wir
um 8.00 los und verliessen Bunbury. Nach einer Stunde Fahrt bogen wir
in Dansborough in Richtung Cape Naturaliste ab. Im gleichnamigen National
Park trafen wir auf einen kleinen Leuchtturm der umgeben mit diversen
Walktrails ist. Wir nutzten die Gelegenheit und vertraten unsere Beine,
beim Marsch in der kargen Buschlandschaft mit ca. 3mio. Fliegen herrscht
wohl normalerweise völlige Ruhe die jedoch heute kaum zu spüren
war, da Nina über Nacht wohl zu einem Radio mutiert ist und pausenlos
quasselte. Nach einem einstündigen Fussmarsch setzt wir die Fahrt
fort. Bereits um 11.00 erreichten wir unser heutiges Etappenziel in Margaret
River, ein kleiner Ort ( 800Einw.) 280km südlich von Perth. Da wir
erst um 14.00 einchecken konnten beschlossen wir uns kurzerhand zu einem
Besuch der Mammut Caves. Die Mammut Caves ist die grösste von den
fünf Höhlen die es Zwischen Margaret River und Augusta zu besichtigen
gibt. Nach einem Picknick vor dem Höhleneingang ging es los, wir
wurden mit einem elektronischen Guide ausgerüstet dann machten wir
uns auf den Weg in die herrlich kühle Tropfsteinhöhle. Über
schmale Stege gelangten wir durch die 600 m lange Höhle und wurden
über Kopfhörer informiert. Zurück am Tageslicht führte
uns ein kurzer Buschwalkway zurück zum Ausgangspunkt. Nun war es
an der Zeit unser heutiges Domizil zu beziehen und gleich den Campingplatz
zu erkunden. Zwei Minuten ausserhalb des Städtchen liegt dieser idyllisch
am Margaret River. Beim baden, umgeben von zahlreichen Enten, am Urgemütlichen
Fluss, schlossen wir einen weiteren wunderschönen Tag ab.
07. Jan. Margaret River - Augusta - Cape Leeuwin - Margaret River
Nachdem
wir den Tag gemütlich angegangen sind, machten wir einen Ausflug
nach Augusta in den Cape Leeuwin Nationalpark. Cape Leeuwin liegt 320km
S von Perth und ist der südlichste Punkt der Westküste Australiens.
Hier treffen der Indische Ozean und der Southern Ozean aufeinander und
wie es sich gehört für einen so exponierten Punkt befindet sich
auch hier ein Leuchtturm, welcher der Schiffart den Weg weist. Das Cape
Leeuwin Lighthouse, erbaut 1895, ist mit seinen 59m Höhe der grösste
Australiens. Bei einer Besichtigungstour stiegen wir die 176 Stufen bis
zur Plattform hoch und wurden dabei Fachkundig informiert über den
Bau und den Betrieb einst und heute. Auf die Frage von Sascha, ob sich
die Schiffe heutzutage nicht eher auf GPS ( Satelliten Navigation) verlassen
meinte der schon etwas ältere Leuchtturmwart, dass die moderne Technik
gut ist aber auch sehr anfällig und optische Kontrolle daher unerlässlich
ist. In der Nähe des Leuchtturmes begutachteten wir ein altes Mühlenrad
das im Laufe der Jahre vollständig verkalkte und nun ein stummer
Zeuge vergangener Tage ist. Vor der Rückfahrt nach Margaret River
genehmigten wir uns ein Bad im Indischen Ozean, bei den Skippy Rocks,
wo ausser uns nur gerade zwei Schnorchler im Wasser anzutreffen waren.
Zurück in Margaret River flanierten wir etwas in der Geschäftsmeile,
welche allerdings deutlich kürzer als eine Meile ist und kauften
neben einer Roadmap noch einige musikalische Souvenirs.
08. Jan. Margaret River - Manjimup
Die
Strecke nach Manjimup (170km) führte uns mehrheitlich durch Wälder
und Weinbaugebiete. Nachdem wir am morgen früh los gefahren sind
und recht gut voran kamen machten wir unseren ersten Stopp erst kurz vor
dem eigentlichen Ziel. Ungefähr 10km vor Manjimup trafen wir gleich
auf drei Intressante Sachen. Die " One Tree Bridge", "The
Four Aces" und "Glenoran Pool". Wir parkten unser Auto
und begutachteten als erstes die One Tree Bridge, welche wie es der Namen
schon sagt aus nur einem Baum bestand. Ein gewaltiger Karri Tree wurde
über den Fluss gefällt und darauf wurde anschliessend mit Planken
eine Fahrbahn gelegt. Anfang der sechziger Jahre musste die inzwischen
zu alte Brücke einer neuen, breiteren Brücke weichen und ist
jetzt um Flussufer zu besichtigen. Nach einem kurzen Fussmarsch gelangten
wir zu den Four Aces, vier riesen Karri Tree Bäume die wie auf einer
Schnur gespannt in Reih und Glied stehen. Der Informations Tafeln entnahmen
wir ein paar Interessante Sachen. So lernten wir, dass nur jeder 1000ste
Karri Tree zu einem so genannten Giant Karri Tree wird, und die anderen
vorher verenden. Die Ausmasse eines solchen Giant Karri Tree sind gewaltig,
er erreicht eine Höhe bis zu 90m und ein Gewicht von 200 Tonnen.
Er erreicht einen Umfang bis 15m und braucht 170 Liter Wasser pro Tag.
Wie kleine Zwerge zogen wir weiter und trafen kurze Zeit später auf
den Glenoran Pool, ein Picknickplatz in einer Waldlichtung am ruhigen
Fluss. An diesem Bilderbuchplätzchen packten wir unseren Gaskocher
aus und machten unser Mittagessen und bestaunten anschliessend die zahlreichen
Flusskrebse. Das kleine Reststück war schnell bewältigt und
wir trafen auf unserem Campingplatz ein, 8km ausserhalb vom Städtchen
Manjimup ( 5000 Einw.). Irgendwo zwischen dem Nichts und dem Farmland
liegt der Camping, mit einem Nostalgie Freibad aus den 30er Jahren. Den
restlichen Nachmittag verbrachten wir dann auch auf aufgepumpten Lastwagenschläuchen
in diesem Pool und hatten einen riesigen Spass. Nina die immer schneller
Kontakt zu anderen Kinder knüpft wurde nach dem Nachtessen zum Marschmelos
braten eingeladen, was ihr sichtlich zu gefallen schien.
09. Jan. Manjimup
In
der letzten Nacht wären Christa und Sascha beinahe erfroren, trotz
Tagestemperaturen um die 33 Grad kühlt es hier in der Nacht beträchtlich
ab. In unserem Cabin das so ziemlich null isoliert ist herrschten gerade
mal 14 Grad. Zu allem Elend bemerkten wir beim Bezug des Cabin nicht,
dass unser Bett nur gerade mit einem Leinentuch ausgestattet war. Dieses
war so dünn, dass man locker eine Zeitung dadurch lesen hätte
können und auch Kissen waren Fehlanzeige. Unsere Jäckchen wurden
kurzerhand zu Kissen und Christa's Wickelrock zur Zusatzdecke, dann hiess
es zusammenrutschen. In aller Herrgottesfrühe wachten wir auf und
schlotterten uns einen ab, ein Wunder das wir nicht schon Eisblumen am
Fenster hatten. Christa beschloss sich unter der Dusche aufzuwärmen
und verliess das Cabin bereits um 5.00, Sascha fand irgendwie wieder zurück
zum Schlaf. Um 9.00 war die Affenkälte der Nacht schon längst
wieder verflogen und die Sonne heizte schon mächtig ein. Beim Morgenessen
kippten wir das heutige Programm und beschlossen den Tag einfach nur zu
geniessen. Wir packten unser Schwimmzeug ein und schlenderten zum Fonty's
Pool legten uns in den Schatten und lösten ein paar Kreuzworträtsel,
wobei Nina tatkräftig mithalf. Wenn wir zu warm hatten schnappten
wir einer der aufgepumpten Schläuche und planschten im Pool. Gegen
Abend holten wir uns im Office unsere Kissen und Decken damit wir auch
die nächste Nacht überstehen.