Australien 7. Ferienwoche '04-05
20. Dez. Kempsy - Port Marquarie - Forster
Auf
der weiteren Fahrt Richtung Süden besuchten wir in den Nähe
von Port Marquaire einen Tierpark. Der Zeitplan war perfekt gewählt,
denn kaum hatten wir unsere Eintrittskarten, war ein Meet & Greet
bei den Koalas angesagt. Der drei Jährige Blinki roch nach frischem
Eukalyptus, und war sehr interessiert an den Besuchern. Bei den Pfauen
herrschte Hochbetrieb, alle Männchen zeigten den Weibchen ihre schmucken
Federn, und so kamen wir in den Genuss von vielen Pfauenrädern. Allerdings
zeigten die Weibchen mehr Interesse am getrockneten Mais, als an den bunt
geschmückten Männchen. Natürlich hielten wir uns wieder
am längsten im Freigehege der Kängurus auf, und warteten geduldig,
bis sich die Tiere zu uns gesellten, und den Mais den wir ihnen präsentierten
aus unserer Hand frassen. Bereits um 14 Uhr trafen wir an unserem Etappenziel
in Forster an. Der Campingplatz ist mit einem weitläufigen Buschland
verbunden. So schlenderten wir dem Fluss entlang bis zur Mündung
in den Lake Wallis, und fütterten unterwegs Fische, die sich im Fluss
tummelten. Der Camping ist sehr ruhig gelegen, und bei der Dämmerung
hörten wir unzählige Vogelsimmen. Nina freute sich am meisten
über den Camping eigenen Filmkanal, der vom Fernseher im Cabin zu
empfangen war, und sah sich begeistert ihren Lieblingsfilm Shrek an.
21. Dez. Forster
Ausser
Christa die heute einen Waschtag einlegte machte der Rest der Familie
nicht gerade viel. Während Nina vom ewigen baden fast Schwimmhäute
gewachsen sind, krallte sich Sascha ein Buch und beschlagnahmte einen
Liegestuhl am Pool. Wenn man den ganzen Tag nichts macht ausser am Pool
zu hängen, hat man viel Zeit andere Leute zu beobachten. So studierten
wir die eine Japanische Gruppe die ihre Zelte ca. 200m neben dem Pool
und Toilettenkomplex aufgeschlagen hatten. Am Morgen frisch aufgestanden,
mussten alle erstmal zum Duschen. Anscheinend ist es für Japaner
selbstverständlich Wegstrecken von mehr als einhundert Metern per
Auto zurückzulegen, die ganze Prozedur dauerte ein vielfaches länger
als wenn alle gelaufen währen. "Wahrscheinlich werden sie anschliessend
direkt wegfahren" dachten wir uns. Aber dem war weit gefehlt, der
erste der Gruppe der fertig war sass artig wieder ins Auto und wartete
geschlagene fünf Minuten bis alle vollzählig waren um die 150m
zurückzufahren. Eine halbe Stunde später das selbe Spiel als
eine andere Gruppe Japaner zum Baden wollte. Alle ins Auto, 150m fahren,
alle raus, 20 min. Gekreische im Pool und alles wieder per Auto zurück.
Wir dachten wir sind im Film und kamen zur Schlussfolgerung, das Japaner
bis in 5 Generationen wohl mit Rädern zur Welt kommen.
Am Nachmittag, hatte Christa dann helle Freude am Ergebnis der Wäsche.
Bislang wurde die Wäsche zwar frisch, aber die Flecken verharrten.
Kein Wunder, eine Maschine dauert auch nur 20 Min. Nachdem wir von einer
Einheimischen ein paar Tipps bekamen wurde die Wäsche zum ersten
mal wieder richtig sauber.
22. Dez. Forster
Da
Foster rundum mit Wasser umgeben ist, entschlossen wir uns mal ein Kanu
zu mieten und uns nach dem vergangenen Faulenzertag etwas sportlich zu
betätigen. In Foster besitzt wohl jeder ein Boot und so ist es auch
recht einfach an einem der zahlreichen Shops entlang von Boatshead Marina
eines zu mieten. Die anfänglichen Kordinationsprobleme mit dem Paddel
waren schnell im Griff und so fuhren wir um ein paar der zahlreichen vorhandenen
Inseln des Lake Wallis. Plötzlich sahen wir etwas weiter weg unzählige
Holzpfosten aus dem Wasser ragen, und wer uns kennt weiss da wir diese
natürlich genauer unter die Lupe nehmen mussten. Kurze Zeit später
war das Rätsel gelüftet, an den Pfosten waren Körbe befestigt
in denen Austern heranwachsen, wir waren auf einer Auster Farm. Bei einem
Zwischenstopp auf Leon Island trafen wir einen Fischer der gekonnt seinen
Fang (Flathead's Fische ) filletierte. Kaum hatte er begonnen kam auch
schon die ersten Pellikane angeflogen und bettelte nach dem nicht verwertbaren
Fischresten. Der Fischer war nicht sehr gut auf die grossen Vögel
zu sprechen und erklärte uns:" So ein Mistvieh hat mir mal meinen
kleinen Hund auf nimmer wieder sehen geklaut als ich beim Angeln war."
Nach einer kurzen Plauderei war es für uns Zeit wieder ins Kanu zu
klettern und uns auf den Rückweg zum Bootsverleih zu machen. Zurück
auf festem Grund machten wir einen Einkaufsbummel durch die Shops von
Forster. Nina meinte wir müssen sie immer ans sparen erinnern wenn
sie was kaufen will, damit ihr Sackgeld für ihren grossen Wunsch
reicht. Sie will in Sydney unbedingt ein paar schöne Sandalen selber
kaufen. So sind wir nach dem " nur Luege" zurück auf den
Camping wo wir uns im Pool abkühlten vor dem Nachtessen.
23. Dez. Forster - Seal Rocks - Newcastle - Belmont
Die
lieben Vögel hatten über Nacht unser Auto derart dekoriert,
dass wir vor der Weiterfahrt erst mal die nächste Waschanlage aufsuchen
mussten. Nach der kurzen Verzögerung ging es dann endlich los, auf
einem nur wenige Kilometer schmalen Landstreifen zwischen dem Lake Wallis
und dem Pazifik führte uns der Highway 111 in Richtung Seal Rocks.
Seal Rocks, ein winzig kleines Nest mit einem Dorfladen, der kleiner war
als jeder Tankstellenshop.( Beim betrachten der Karte bemerkten wir nicht
das die letzten 5km nur Schotterstrasse waren, so sah unser Auto im Handumdrehen
wieder aus wie am morgen früh.) Wir besuchten Seal Rocks aber auch
nicht um einzukaufen, sondern wir machten einen Spatziergang zum alten
Leuchtturm aus dem Jahre 1875. Kurz vor der letzten Erhebung in Richtung
Leuchtturm sahen wir ein gewaltiges Blowhole. Die Brandung bohrte über
Jahrtausende hinweg ein Loch durch den Berg durch das sich die Wassermassen
pressen, und unter gigantischem Getose in die Luft spritzt. Der letzte
Teil des Weges führte steile Stufen empor und brachte alle mächtig
ins schwitzen. Der schöne Turm und die tolle Aussicht mit der wir
belohnt wurden war es allerdings mehr als nur wert. Nach weiteren 40km
Fahrt in Richtung Newcastle, war es Zeit sich ein Plätzchen für
ein Picknick zu suchen. Wir bogen in den Myall Lake Nationalpark, wo uns
wieder Schotterstrassen erwarteten, und nach 12km Fahrt durch den Wald
trafen wir auf ein ruhiges Plätzchen am Myall Lake, wo ausser dem
Lachenden Hans und ein paar anderen Vögel nur das rauschen der Bäume
zu hören war. Frisch aufgetankt nahmen wir schliesslich den Rest
unserer Etappe nach Belmont (Newcastle) unter die Räder. Wir waren
alle sehr gespannt was für ein Cabin uns erwarten würde, denn
für Weihnachten wollten wir es richtig gemütlich haben. Als
Christa dann vor dem Häuschen parkierte war schon mal klar, dass
es nicht gerade klein war. Wir trauten kaum unseren Augen als wir unsere
Mini Villa inspizierten. "Mami da het's ja en richtigi Badwanne im
Badzimmer" meinte Nina und zeigte aufgeregt auf den Whirlpool. Das
Elternschlafzimmer erwies sich als fast grösser als das Zuhause und
auch Nina hat wieder einmal ein eigenes Zimmer, in der tat, wir hatten
ein glückliches Händchen beim Buchen. Um 18.00 deckten wir uns
im Supermarkt für die folgenden Festtage ein, als gut eingespieltes
Team suchten wir uns durch den Laden und hielten dabei die halbe Belegschaft
von Coles auf trab:" Sorry, wehre arge the....". Zu guter Letzt
wurden uns dann auch noch extra grosse Kartonschachteln organisiert aus
denen Christa am Abend zwei Weihnachtsbäume bastelte.
24. Dez. Belmont - New Castle - Belmont
Am
Morgen fuhren wir nach Newcastle um unsere HP aufzuschalten, dies erwies
sich als grössere Gelduldprobe. Da war der Netzstecker - Adapter
der natürlich noch auf dem Camping lag, dann musste die IP konfiguriert
werden was etwas komplizierter war da unsere englischkentnisse immer noch
zu wünschen lassen. Und zu guter letzt bekämpften sich die Firewall's
des Internet Cafe mit der unseren so das unser Frontpage Programm dauernd
abstürzte und wir schon glaubten es sei aus mit unserem Reisebericht.
Nach nervenaufreibenden zwei Stunden hatten wir es dann endlich geschafft.
Alles IO und wir mega happy. Nach einem kurzen Bummel durch die Stadt
machten wir uns auf den weg zurück.
Projekt Weihnachtsbaum stand nun auf der Liste.
Dazu benötigt man zwei grosse Kartonschachtel die man bei Coles erbetteln
kann, eine Lichterkette mit 50 kitschig bunten Lämpchen, eine Packung
Party Knaller, eine Tüte Zuckerstangen und eine Lametta - Boa.
Zuerst zeichnete Christa den Baum 2 mal, auf dem aufgefalteten Karton
vor und schnitt diese mittels Brotmesser aus. Die zwei Teile wurden je
zur hälfte eingeschnitten und ineinander geschoben. Nun bohrten wir
mit einem Kugelschreiber, gleichmässig verteilt, 50 Löcher in
den Baum und montierten die Lämpchen. Danach musste Nina einen Sack
voll Partyknaller abfeuern, aus denen dünne Papierschlangen flogen.
Diese kratzten wir mühsam vom Teppich weg und klebten sie mit einem
Leimstift ebenfalls am Baum fest. Danach klebten wir die Zuckerstangen
mit Tesafilm an die Astspitzen und zu guter Letzt wickelten wir die Lametta
- Boa um den ganzen Baum. Jetzt nur noch den Stecker reinstecken und Oh
Wunder wir haben wieder mal den "schönsten" Weihnachtsbaum.
Zum Abendessen wurden wir von Christa mit einem Mango Tango verwöhnt.
Danach backten wir Muffins um Nina die Wartezeit etwas zu verkürzen,
trotzdem fragte sie mindestens hundert mal " Wenn chunt jetzt de
Santa Claus?" Irgendwann gab sie auf und beschloss von sich aus ins
Bett zu gehen, da dort das Warten schneller gehe und schlief ein.
25. Dez. Belmont
Weihnachten
auf die australische Weise hat einen Nachteil. Denn man wird früh
morgens um 0600, von einem neugierigen Mädchen aus dem Bett geworfen.
Nina, die ihrer Ansicht nach ganz lang geschlafen hatte, brannte förmlich
darauf die Geschenke die ihr Santa Claus in den Strumpf gesteckt hatte
auszupacken. So war sie dann auch total happy als klar war das Santa Claus
die richtigen Sachen besorgt hatte, nämlich ein Robbenbaby und ein
Halskettchen. Wiso ihr Santa auch noch Geld für neue Sandalen beigelegt
hatte war für sie ein Rätsel, sie hatte ihm ja gar nicht davon
erzählt.
Nach der Bescherung konnte der Tag dann wieder etwas gemütlicher
von statten gehen. Bei einem ausgedehnten Morgenbrunch entschieden wir
uns einen gemütlichen Spaziergang am Lake Macquarie zu unternehmen.
Als wir unterwegs zum See waren stellten wir fest das die Stadt förmlich
ausgestorben war, hier wo man üblicherweise bis Mitternacht, oder
gar rund um die Uhr einkaufen kann, war keine Seele zu sehen. Wieder zurück
von unserem Spatziergang an den See und das Meer, testeten wir unsere
Geschmacks Nerven. Beim diesem Spiel musste mit verbundenen Augen erraten
werden, was die anderen einem gerade in den Mund schoben. Dabei wurde
neben Käse, Oliven und Mango auch Sachen wie Wasabi (extrem scharfe
Paste), Zahnpaste und unverdünnter Instantkaffee verköstigt.
Beim Nachtessen schliesslich wurde unsere Geschmacksnerven ein weiteres
mal, mit einer Fertiglasagne aus dem Supermarkt, getestet.
26. Dez. Belmont - New Castle - Belmont
Unser
Weg führte uns erneut in die City von New Castle, wo wir eigentlich
mit einem Historischen Tram eine kleine Stadtrundfahrt machen wollten.
Doch leider fuhr diese am Boxingday nicht, und so mussten wir kurzerhand
etwas anderes unternehmen. Nicht weit weg vom Bahnhof fanden wir dann
einen Aussichtsturm den es zu besteigen galt. Nina die eigentlich schon
voll auf "bähndli fahre" eingestellt war, und riesig enttäuscht
war das dieses nicht fuhr, war sofort begeistert. Denn Türme sind
bei ihr auch ganz hoch im Kurs, so rannte unser kleines Berggeisslein
von uns gefolgt die 250 Tritte hoch. Uns erwartete eine tolle Aussicht
die vom Meer her über die Hafenanlage und die ganze Stadt erstreckt.
Danach fuhren wir zum King Edwart Park. In diesem Park befindet sich das
Boogie Hole, ein Meerbad das 1819 extra für ein General in den Fels
der Klippen gemeisselt wurde. Das sah schon verrückt aus, hier kann
man Baden in einem ruhigen "Pool" und keine fünf Meter
entfernt brausen die Wellen des Pazifiks an den Fels und versprühen
die Gischt über das ganze Bad. Am Nachmittag besuchten wir das Blackputt
reserve. In einem 280ha grossen Park ( Eintritt frei ) wo man Kängurus,
Koalas, Emus und jede menge Vögel sehen kann, machten wir es uns
bei einem BBQ gemütlich. Danach durchforschten wir die verschiedenen
Walkways durch den Wald und beäugten allerlei Tiere. Wieder zurück
auf unserem Camping leerten wir mal unser Auto und überlegten uns
wie wir all den Plunder in unseren Koffern zu verstauen ist. Da wir in
zwei tagen unser Auto in Sydney abgeben und anschliessend weiter nach
Perth fliegen war dies wohl oder übel nötig, und stellte uns
auch vor einige Rätsel. Wohin mit dem Grill, was ist mit den Pfannen,
brauchen wir dies und das eigentlich noch....und so weiter. Am Ende haben
wir es dann irgendwie geschaft, aber nur Gott weiss warum.