Australien 6. Ferienwoche '04-05
13. Dez. Ballina
An
diesem Morgen durfte Mami wieder einmal nach Herzenslust ausschlafen.
Papi und Nina sind schon um 7 Uhr zum Swimmingpool, und haben sich für
1 1/2 Stunden ausgelassen im Pool ausgetobt. Danach zogen wir bekackt
mit Pfannen, Kochlöffel und Milchkannen zum Strand um dort im Sand
zu worken. Zuerst wollten wie eine grosse Sandburg erbauen, doch daraus
ergab sich am Ende ein 1.90 Meter tiefes Loch, indem wir alle bequem stehen
konnten. Wir haben uns gegenseitig eingegraben, und haben anschliessend
die kühlende Frische des Meeres genossen. Wir hatten einen Riesenspass!
Am Abend haben wir wieder den Sonnenuntergang beobachtet, und Nina hat
währenddessen viele Kunstwerke in den Sand gezeichnet, der nach einer
vorhergegangenen kurzen Regenschauer noch ganz feucht war.
14. Dez. Ballina
Nach
dem aktiven Strandtag des Vortages, machten wir heute einen gemütlichen
Pooltag. Bereits um 9 Uhr (oder doch 10h) planschten wir im Pol herum,
und nur mit grosser Mühe konnten wir Nina zu kleineren Badepausen
bewegen. Heute stand Tauchen auf dem Programm. Als Christa kurz nach 17.30h
einkaufen wollte, waren alle Geschäfte schon geschlossen, dabei sollten
die doch bis 18h geöffnet sein?! Nach dem Nachtessen in unserem Campinghäuschen
wollten wir um 20.20h ein Abschluss Bad machen, das Pool sollte bis 21h
geöffnet sein. Doch dem war nicht so, die Türe zum Pool wurde
genau zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen. Auf der Uhr in der Campingküche
sahen wir dann dass die Zeit zu der auf der Armbanduhr variierte. Da kam
uns endlich die Erleuchtung. Wir sind vor drei Tage über die Staatengrenze
von Queensland nach New South Wales gefahren, und haben es versäumt
die Uhr um 1 Stunde vorzustellen. Um uns doch noch etwas vom heissen Tag
abzukühlen fuhren wir stattdessen zum Strand, hörten dem tosen
der Wellen zu und bestaunten die hell leuchtenden Sterne.
15. Dez. Ballina - Maclean - Woolgoolga
Nach
dem Packen fuhren wir erst mal zum Internet Cafe, welches Nina neulich
beim Einkaufen entdeckt hatte. Da dieses mal wieder in einer Eisdiele
verpackt war, hat Nina indessen grosse Freude am uploaden der Homepage.
Danach fuhren wir in Richtung Grafton. In Maclean machten wir einen Lunchbreak
am Fluss. Nach der Mittagspause auf der Weiterfahrt hat Sascha dann plötzlich
Delphine im Fluss gesichtet. Natürlich haben wir sofort angehalten,
und die drei Delphine noch lange verfolgt auf ihrem Weg Flussaufwärts.
Während der Weiterfahrt haben wir uns dann auf einen Campingplatz
aus unserem neuen Reiseführer entschieden und per Handy ein Cabin
gebucht. Kurz vor 16 Uhr erreichten wir dann den Campingplatz in Woolgoolga,
und waren hell begeistert von der grosszügigen Küche. Nach der
Campingbesichtigung hat Sascha denn seine Familie bekocht, und so freuen
wir uns auf die nächsten zwei Tage im entzückenden Woolgoolga
mit seinen wunderschönen Stränden.
16. Dez. Woolgoolga - Coffs Harbour - Woolgoolga
Etwas
verschlafen machten wir uns auf den Weg nach Coffs Harbour, auf dem Weg
säumten unzählige Bananen Plantagen die Strassen. So lag es
dann auch nahe, dass wir als erstes einen Besuch bei "Big Banana"
planten. Hier konnte man mit einem kleinen Zug durch die Bananenplantage
fahren und dabei etwas mehr über den Anbau der Frucht und deren Bedeutung
für die Region erfahren. Vom Gipfel der Plantage hat man einen wunderbaren
Überblick auf Coffs Harbour und die unendliche Weite des Pazifik.
Unser Interesse wurde allerdings sehr schnell auf die anderen Attraktionen
gelenkt. Am Gegenhang hat man eine Sommer Bobbahn errichtet, und diese
musste von uns natürlich getestet werden. Obwohl die Bobbahn etwas
kurz war, reichte es aus, dass Sascha und Nina es schafften den Schlitten
aus der Bahn zu werfen. Die restlichen Fahrten wurden dann etwas ruhiger
angegangen. Nina die jetzt auf den Geschmack gekommen war, erinnerte sich
daran das sie doch richtig im Schnee schlitteln wollte, und zwar noch
dieses Jahr. 200m neben der Bobbahn haben die Crazy Aussis doch tatsächlich
eine Indoor Skihalle erbaut. Wir trauten unseren Augen nicht, aber als
wir die Halle betraten und uns ungewohnt eisige Luft entgegenschlug, waren
die letzten Zweifel weg. Für 15 Dollar die halbe Stunde, sieht man
hier Gross und Klein einen etwa 30m langen Hang hinunter rutschen auf
einem Gummiring, so wie man ihn vom Alpamare her kennt. So sah man gestandene
Familien Väter mit funkelnden Augen, wie Kinder vor dem Weihnachtsbaum,
die das erste mal in ihrem Leben in Kontakt mit Schnee kamen. Kinder dürften
erst mit sieben Jahre alleine rutschen. Da Nina aber schon jahrelange
Erfahrung im Umgang mit dem kalten Element besitzt, drückte man ein
Auge zu und liess sie auch alleine fahren. Nach ein paar Fahrten meinte
sie schliesslich " Papi das isch aber scho chli en Bubibahn."
Nach dem kurzen Ausflug in die heimatlichen Temperaturen besuchten wir
den Botanischen Garten von Coffs Harbour. Nach einem zwei stündigen
Spaziergang durch die Botanik aller Erdteile, wechselten wir die Location.
Am Yachthafen beobachteten wir die Fischerboote die die letzten Vorbereitungen
trafen vor dem auslaufen. Auf der Heimfahrt schlief Nina, um ihre leeren
Batterien zu laden, schliesslich war man noch nicht im Pool und da muss
man doch Fit sein.
17. Dez. Woolgoolga - Woolgoolga Creek -Woolgoolga
Nach
dem Frühstück legte Christa eine Telefonsession ein und buchte
die nächsten Unterkünfte. Da die Schulferien angefangen haben
war dies nicht ganz einfach, öffters hörte sie am anderen Ende:"
Sorry but we are booktout." Umso glücklicher war Christa dann
eine Stunde später, als sie alles unter Dach und Fach hatte. Nun
war es an der Zeit die tolle Beach zu erkunden, die nur 300m vor unserem
Cabin liegt. Die Wellen hatten eine angenehme Höhe und das klare
türkisfarbene Wasser schien auch wieder etwas wärmer zu sein
als in Ballina. Während Nina pausenlos hinter den Wellen herjagte
oder sich jagen lies, gönnten sich die Grossen ein gemütliches
Sonnenbad. Als sich der kleine Hunger meldete liefen wir gemütlich
der Beach entlang ins Zentrum von Woolgoolga, und beschlossen an einem
der BBQ -Grills Würstchen für Hot Dogs zu braten. Das dieser
Grill der wohl langsamste von ganz Australien war merkten wir erst später.
Mit Hilfe der Sonne und einer guten Lupe wären wir genau so schnell
gewesen, und das alles mit einem hungrigen Kind im Nacken. Nina verkürzte
die Wartezeit auf die Würste, indem sie schnell ein Glas Gürkchen
mit Toastbrot futterte.
Auf dem Weg zurück zum Camping wollte Sascha noch den indischen Tempel
fotografieren, den wir tags zuvor entdeckten. Woolgoolga wurde im frühen
18ten Jahrhundert von indischen Imigranten gegründet und noch heute
sieht man dem Ort an zahlreichen Gebäuden die Herkunft seiner Gründer
an. Beim fotografieren fiel uns dann ein Wegweisser auf, der in Richtung
Woolgoolga Creek wies. Da dieser auf einem braunen Schild war, wie alle
Sehenswürdigkeiten in Australien, folgten wir ihm und trafen ca.
6km später auf einen kleinen einsamen Pick Nick Platz. Wir spazierten
schliesslich einem kleinen Weg entlang immer weiter und weiter in den
Urwald hinein. Begleitet von diversen Vogelstimmen und Grillen Geräuschen,
fühlten wir uns schon bald wie die ersten Entdecker Australiens.
Zurück aus dem Urwald sahen wir einem alten Farmer zu, der mit seinen
zwei Hirtenhunde, eine Kuhherde zu einer anderen Weide trieb. Bei einem
längeren Gespräch erklärte und demonstrierte er uns wie
ein Hirtenhund ausgebildet wird, und dass er nur eine ganz kleine Farm
hat (2000 ha). Weiter schimpfte er über das australische Parlament,
dass ja gar keine Ahnung hat und noch nie ausserhalb des Büros oder
geschweige denn auf dem Land gewesen sei und ihn in Ruhe lasen soll. Er
erzählte uns von einem Schweizer der bei ihm vor langer Zeit auf
Besuch war und meinte:" Bei euch muss immer alles Profit bringen
oder in alle Ewigkeit halten (Schweizer bauen Häuser die mindestens
300 Jahre halten), ihr solltet etwas mehr geniessen und Freude am Leben
und an der Natur haben."
18. Dez. Woolgoolga - Sawtell - South West Rocks - Kempsey
Pünktlich
um 10.00 gaben wir die Schlüssel zu unserem Cabin ab und nach einem
letzten Blick auf Woolgoolga ging unsere Reise weiter. Durch die Bananenplantagen
von Coffs Harbour, welches übrigens auch Banana City genannt wird,
gelangten wir schon bald nach Sawtell. Hier wollten wir eigentlich ein
kleiner Märchenpark besuchen, aber aus unerklärlichen Gründen
war dieser wie vom Erdboden verschluckt und nicht auffindbar. Wir beschlossen
uns spontan zu einem Besuch auf einer Kiwi Farm die in der Nähe sein
sollte. Fünf Minuten später fanden wir diese zwar, aber auch
hier hatten wir wenig Erfolg. Besuche seien nur auf Voranmeldung erwünscht
hiess es auf einem Schild vor der verwaisten Farm. Das Glück schien
uns in Sawtell nicht gerade hold zu sein und so zogen wir unverrichteter
Dinge weiter nach South West Rocks. Wir fanden ein kleines idyllisches
3990 Seelen Städtchen vor mit einem einladenden Beach Park. Nach
einem kurzen Spaziergang besorgten wir uns im nahen Supermarkt etwas zum
grillen und fuhren zum Ende der Beach wo es neben einem Zeltplatz auch
ein grosszügiges Picknick Areal gab. Zu unserem erstaunen fanden
wir alles Holz Feuerstellen vor, und keine dieser so praktischen Gas BBQ's,
wo man nur schnell den Knopf drückt und los geht's. Wir wollten schon
zurück ins Zentrum, wo wir solche gesichtet hatten, als Christa plötzlich
lachte und meinte:" Man! Wir sind ja schon doof, im Kofferraum haben
wir doch unser Gasrechaud was suchen wir denn noch lange!" Nach dem
Essen besuchten wir Trial Bay Gaol, das ist ein Gefängnis das 1886
erbaut wurde. Für die 150 Straftäter war South West Rocks wohl
alles andere als idyllisch, den statt baden und surfen, mussten sie bei
Wasser und Brot den ganzen Tag Granitblöcke klopfen die für
den Bau von Häuser gebraucht wurden. Zwei Puppen zeigen den Alltag
in den winzigen Zellen. Da eine davon nicht richtig verschlossen war mussten
Christa und Nina für ein Foto " id Chischte", als dann
Sascha anfing mit dem unverschlossenen Vorhängeschloss zu hantieren
wurden die Frauen recht nervös und wollten schnell wieder raus.
Nun war es an der Zeit weiter zu fahren nach Kempsey und unser Nachtlager
zu beziehen. Auf dem anschliessenden Erkundungsgang um den Zeltplatz sahen
wir einen Kakadu der immerzu lautstark nach Cookies verlangte und auf
der nahen Waldlichtung entdeckten wir zwei Kängurus. Wir fanden Ameisen
die fast 3 cm lang waren und auf unserer Veranda konnten wir einer fetten
Spinne, von der wir nicht sicher sind ob sie giftig ist, beim bau ihres
Netzes zusehen.
19. Dez. Kempsey - Hat Head National Park - South West Rocks - Kempsey
Wir
fuhren in den Hat Head National Park, der sich der Küste entlang
von Hat Head bis South West Rocks erstreckt. Die Sanddünen darin
gelten als die grössten von NSW. Unser Ziel im Park war die Smoky
Cape Lightstation, dessen Leuchtturm am 15. April 1891 seinen Dienst aufnahm.
128m über Meereshöhe steht der 17m hohe Turm und sein Lichtkegel
ist bei klarer Sicht 52 km weit sichtbar. Seit 1962 sorgt Elektrizität
für die Lichtquelle und verdrängte damit das Kerosinlicht, der
Rest der Lampe und die Linse sind indes immer noch im Orginalzustand.
Der zum Bau benötigte Granit wurde von Häftlingen auf Trial
Bay Gaol geschlagen, die ganze Bauzeit der Station betrug 28 Jahre und
kostete 16800£.
Vom Leuchtturm aus genossen wir eine tolle Fernsicht über den Nationalpark.
Danach fuhren die Frauen mit dem Auto ins Zentrum von South West Rocks,
während Sascha einen Bewegungsdrang verspürte und die 12km durch
den Wald und entlang der Beach auf Schusters Rappen zurücklegte.
Das anschliessende Bad zwischen den Felsbrocken am Strand, retteten ihn
zwar nicht vor einem kleineren Muskelkater, tat aber herrlich gut. Zurück
auf dem Camping genoss Christa das Kochen unter Freiem Himmel in der Buschküche
und meinte: "Es gibt nichs schöneres, als kochen in der freien
Natur, umgeben von so vielen Vogelstimmen."